Ausstellungen

Kunstkopf: Ulrich Lamsfuß

Lamsfu___onlinetip Ihre Bilder basieren auf Fotos aus Zeitschriften?
Ulrich Lamsfuß Ja, aber nicht nur, auch auf Postern, Kalendern, dem Internet oder der Kunst selbst. Außerdem mache ich auch Originale, dann arrangiere ich Sets, die fotografiert und dann von mir gemalt werden, so entstand etwa das Bild „Fließbandarbeiterin (Sophie Rois)“.

tip Weshalb inszenierten Sie dort Sophie Rois als DDR-Arbeiterin?
Lamsfuß Mich interessiert Arbeit. Kaum etwas ist so überbewertet, so knapp und dabei meistens auch noch schwer zu ertragen. Ich habe dennoch keine überzeugenden Fotos zum Thema Arbeit gefunden. Also habe ich mich an die Devise gehalten: „Traue nur dem Bild, das du selbst gefälscht hast.“ Da ich Sophie Rois kenne, lag es nahe, sie als Erste zu fragen. Das Arrangement zur „Fließbandarbeiterin“ ist im Bosch/Siemens-Waschmaschinenwerk Nauen entstanden und wurde von Holger Niehaus fotografiert. Eine Brücke zum sozialistischen bzw. zum Realismus besteht, mit der DDR hat das Bild aber nichts zu tun.

tip Dient Ihnen Reproduktion zur Inspiration?
Lamsfuß Ich finde Reproduktion authentisch. Es ist alles gesagt, nur noch nicht von jedem. So gesehen gibt es keine Originale.

Nachgefragt: Jacek Slaski

Ulrich Lamsfuß „spielen & wachsen„, Galerie Max Hetzler, Zimmerstraße 90/91, Mitte, Di-Sa 11-18 Uhr, bis 24.1.2009

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