Ausstellungen

„Künstlerinnen im Dialog“ im Verbrogenen Museum

Frontal schaut einen Lotte Lasersteins „Spanische Frau“ (Abb.) von 1931 an. Sie scheint an die Wand gedrückt. Trotzig hat sie ihre Lippen zusammengepresst. Weit aufgerissen sind ihre braunen Augen. Sehnig die eleganten Hände. Zum ersten Mal ist dieses wunderbare Porträt in Berlin zu sehen. Das Verborgene Museum zeigt es zusammen mit 70 anderen Werken im Dialog. Herausgekommen ist eine Überblicksschau der inzwischen 28-jährigen Museumsgeschichte. Viele spannende Biografien von Künstlerinnen hat es ausgegraben und ihnen wieder eine Bühne verschafft.

Oftmals war es die „verlorene Generation“ jener Frauen, die in den 1920er-Jahren als Fotografin oder Malerin reüssierten, bis sie dann von den Nazis als „entartet“ gebrandmarkt wurden. Oder wie Yva, die Lehrerin von Helmut Newton, im Vernichtungslager umgebracht worden sind. In der aktuellen Schau wurden nun unter dem Schlüsselthema Landschaft und Gesicht prominente und unbekannte Bilder gegenübergestellt. Die Ausstellung räumt mit so manchem Klischee über „Frauenkunst“ auf.

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Aufregende Fotografinnen wirkten vor allem in den 20er-Jahren. Die Schriftstellerin Claire Goll wurde von Frieda Riess in unnachahmlicher Manier lasziv wie abwehrend konterfeit. Ganz anders wiederum fängt sie den kauzigen Emil Jannings ein, der beim Filmset die Zigarre schmauchend, zu sagen scheint: „Was kostet die Welt?“   

Text: Martina Jammers

Foto: Das Verborgene Museum e.V.

tip-Bewertung: Herausragend

Künstlerinnen im DialogDas Verborgene Museum, Schlüterstraße 70, Charlottenburg, Do+Fr 15–19 Uhr, Sa+So 12–16 Uhr, bis 27.7.

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