Ausstellungen

Kunstnotiz: Kurz und Kritisch

maerzgalerieClaudia Rössger
Einer knallrot umrissenen Dame spritzt unversehens das Blut aus der Kehle. Ihr Haupt trägt leidenschaftslos gleich nebenan ein Knabe wie eine Laterne am Stecken. So lakonisch wie luzide kommentiert Claudia Rößger, die in Leipzig als Meisterschülerin von Arno Rink reüssierte, ihre Beobachtungen mit sicherem Strich. Weit breitet ein Bajazzo seine Arme aus: Aus jeder Armbeuge strahlt ihn eine Schöne an.   
Maerzgalerie Potsdamer Straße 77–87, Tiergarten, Mi–Sa 12–18 Uhr, bis 20.4.

„Aus der Zeit“
„Berliner Kindl“, „Mampe“, „Bestattungen“ sowie „Kampftruppen der Arbeiterklasse“ prangen ungerührt nebeneinander auf Gerhard Hoehnes 1966 gemaltem „Berliner Brief“, Belangloses wird beziehungsreich. Wuchtig hat Emil Schumacher die flammendrote Farbe aufgetragen und betont das natürliche Astloch. Willi Baumeisters „Phantom mit Rot“ (1952) erinnert nicht von ungefähr an die Gardinenmuster in deutschen Nachkriegsstuben. Sylvia Ströher, Enkelin des Wella-Gründers, hat eine aparte 50s- und 60s-Sammlung von Hans Arp bis Fritz Winter zusammengetragen.    
Villa Schöningen Potsdam, Berliner Straße 86, Do–Fr 11–18 Uhr, Sa+So 10–18 Uhr, bis 21.4.

Frank Darius
Bilder der Leere erspürt der Fotograf Frank Darius in der Alfred Ehrhardt Stiftung. Sie sind auf minimale Spuren reduziert, geknickte Gräser auf einer Schneefläche werden zu kalligrafischen Zeichen. Darius gelingt die Wiederverzauberung der Welt mit seinen fragilen Schöpfungen. Zen-Buddhismus mit der Kamera.   
Alfred Ehrhardt Stiftung Auguststraße 75, Mitte, Di–So 11–18 Uhr, Do 11–21 Uhr, bis 19.5.

Texte: jam

Foto: Claudia Rössger / Maerzgalerie

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