Ausstellungen

Kunstnotiz: Kurz und Kritisch

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Martin Kohout

Kaschierte Depression ist Martin Kohouts Thema bei 5006 years of daylight and silent adaptation“. Sad-Lamps, Lichter, die im Winter gegen Melancholie und Trägheit helfen sollen, hat er in Metall-Strandkörbe installiert. Daneben hat der 29-jährige Absolvent der Städel-Meisterklasse Magazin-Cover, die zur Selbstoptimierung aufrufen, hinter sonnengoldenen Polarisationsfiltern versteckt. Ein starkes Statement gegen ungesunden Perfektionismus.?
Exile Skalitzer Straße 104, 1. Hof, Aufgang A, Do–Sa 12–18, bis 15.2.

Great Expectations

Was passiert, wenn Ideen mit der Realität kollidieren? Darum geht es Klara Hobza in der von ihr kuratierten Sammelausstellung. Im Video „Buck Fever“ des Kollektivs Neozoon schauen wir Jägern auf der Pirsch in der amerikanisch weiten Landschaft über die Schulter. Eindringliche Schüsse und bizarre Weidmannsposen. Stillen Kontrast bilden die Intervention von Virg, die eine Wespe in Glimmer getaucht und drapiert hat, und der nach dem Goldenen Schnitt getimte Gong von Benja Sachau.  
Soy Capitбn Prinzessinnenstraße 29, Mi–Sa 12–18 Uhr, bis 22.2.

Sebastian Lloyd Rees

In London kennt man ihn als Teil des Duos Lloyd Corporation. Der 27-Jährige stellt jetzt auch solo aus. Den Winter über hat er alte Fabriken in Berlin besucht und Industrieobjekte gesammelt. Großformatige Metallplatten und vermeintlichen Abfall hat er collagiert. Rost, Wasserschäden und Schmutz machen die Transformation durch Zeit sichtbar. Raue Poetik, medioker kreativ. ?
Duve Gitschiner Straße 94, Di–Fr 11–18 Uhr, Sa 12–16 Uhr, bis 21.2.

Texte: Stefan Hochgesand

Foto: Soy Capitбn

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