Ausstellungen

Kunstnotizen: Kurz & Kritisch

Anna_Oppermann_FruehwerkAnna Oppermann
Sinnlich surreal sind die farbenfrohen Bilder der jungen Anna Oppermann. Nun gibt es die Gelegenheit, ihrem faszinierenden Frühwerk zu begegnen. Ende der 60er-Jahre entstanden, muten die bunten Mischtechniken taufrisch an. Stilisierte Körperformen und Pflanzliches verschmelzen zu freudianischen Stillleben und Psycho-Landschaften, die dem Betrachter geistige Schauplätze eröffnen. Hier kann die Fantasie spazieren gehen. Beglückend!
Galerie Barbara Thumm Markgrafenstr. 68, Di–Sa 11–18 Uhr, bis 7.9.

Andreas Mühe
Als Magazinfotograf hat sich Andreas Mühe bereits einen Namen gemacht. Nun stellt er erstmals aus. Mit analoger Großformatkamera fotografierte er Typen in Nazi-Uniform am Obersalzberg. Sie pissen auf die Diktatur in freier Natur. Die Aufnahmen wirken spannend inszeniert und zugleich bemüht. Dabei besitzt Mühes Ästhetik das gewisse Etwas. Die Waldsiedlung „Wandlitz“ eröffnet Einsichten in Uniformität, die über angestrengtes Kunstwollen hinausgehen.
Carlier / Gebauer Markgrafenstr. 67, Di–Sa 11–18 Uhr, bis 27.7.

Gregor Gaida
Gekünstelt und kühl muten die Skulpturen von Gregor Gaida an. Den „Dornauszieher“ von Gustav Eberlein modellierte der 37-Jährige in Kunstharz nach. Lange Dornen durchstoßen seinen Körper nun wie Spieße. Auch deformierte Tiere, die in Polygone eingeschlossen sind wie in Kristalle, bevölkern die Schau. Man fragt sich, wie dazu die graue Fahne an der Wand passt, fixiert mit einem Rokoko-Schnörkel. Sie trägt den Titel „King“. Achtung Ironie!
Alexander Ochs Gallery Besselstr. 14, Di–Sa 11–18 Uhr, bis 20.7.

Texte: Andrea Hildenstock 

Foto: Anna Oppermann / Galerie Barbara Thumm

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