Ausstellungen

Kurz und Kritisch

Blixa_Bargeld_Einschuesse_c_Blixa_BargeldJohn Lurie
Mit dem New Yorker Jazzpunkensemble Lounge Lizards und seinen Rollen in Jim Jarmuschs Filmen prägte der Saxofonist den 80er-Jahre-Underground. Als Folge einer Borrelioseerkrankung, paranoiden Schüben und sozialer Überforderung zog sich Lurie in den 90ern zurück und begann zu malen. Die stellenweise sehr humorvollen Bilder erzählen von Dingen wie Sex und Gewalt und sind irgendwo zwischen Post-Expressionismus und naiver Malerei verortet.
Galerie Martin Mertens Brunnenstraße 185, Mitte, Di–Sa 13–18 Uhr, bis 29.4.

Blixa Bargeld
Kleckse, Linien, Spritzer, Tupfer. Abstrakte Muster in Schwarz-Weiß. Blixa Bargeld, Frontmann der Einstürzenden Neubauten, ist unter die bildenden Künstler gegangen. Seine „Einschüsse“ sind bis zur Unkenntlichkeit verfremdete Fotos von Hausfassaden, deren Beschaffenheit er eine strenge Abstraktion abgewinnt. Die ästhetische Praxis, mit der Bargeld zu Werke geht, kann als die Fortführung seiner Musik verstanden werden. Konsequente Formsprache, unbedingte Eigenständigkeit und ein verklausulierter Berlinbezug.
Hunchentoot Choriner Straße 8, Mitte, Mi–Fr 16–19 Uhr, Sa 10–18 Uhr, bis 19.5.  

Tony Conrad
Die Karriere des 1940 geborenen US-Amerikaners verläuft seit jeher zweigleisig. Als Musiker arbeitete er u.a. mit John Cale, Genesis P-Orridge und La Monte Young, parallel dazu hat er sich dem Experimentalfilm und der Video- und Klangkunst gewidmet. In der Ausstellung „Invented Acoustical Tools“ zeigt Conrad merkwürdige, selbst gebaute Klangerzeuger, etwa elektrisch verstärkte Apfelsaftflaschen und von Bohrmaschinen traktierte Plattenspieler.
Galerie Buchholz Fasanenstraße 30, Charlottenburg, Di–Sa 11–18 Uhr, bis 14.4.

Texte: Jacek Slaskis

Foto:  Blixa Bargeld „Einschuesse“

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