Ausstellungen

Kurz und Kritisch

ZumGreifenNah_c_FraukeWilkenAnnebarbe Kau, Frauke Wilken
Die aus glänzenden schwarzen Stoffsäcken geformten Zwischen-wesen Frauke Wilkens strahlen eine merkwürdige Verletzlichkeit aus. Eine von der Decke hängende sackartige Skulptur trägt Nähte wie Wundnarben. Öffnungen und Wölbungen lassen das Ding organisch und irgendwie bemitleidenswert aussehen. Beim Umwandern der wie in Metamorphose harrenden Figuren macht sich eine greifbare Sprachlosigkeit breit. Die Klang-räume Annebarbe Kaus mit modifi-zierten und kaum erkennbaren Geräuschen wie knallenden Ping-Pong-Bällen widmen sich den ungehört verschallenden Dingen im Alltag. Aber die haben auch gegenüber den eindringlich Aufmerksamkeit fordernden Gestalten Wilkens wenig Chancen, Gehör zu finden.
„Zum Greifen nah“ Galerie Nord, Turmstraße 75, Moabit, bis 1.9., Di–Sa 13–19 Uhr

Kubus oder Kuppel
„Darf ich mal Ihr Minarett anmalen?“ Auf seine Frage erhielt Boran Burchardt vom Vorstand der Centrum-Moschee in Hamburg eine überraschende Antwort. Er möge doch bitte alle beide Minarette farblich überarbeiten. Mit der Dirndlmoschee Azra Akљamijas und unterschiedlichsten künstlerischen und architektonischen Aussagen wird die Frage gestellt: Was macht eine Moschee zur Moschee und welche Formensprache hat sich bei der baulichen Herausforderung entwickelt, ein Gebetshaus zu entwerfen, das herausragend, seiner Umgebung angepasst oder ein Kommunikationsangebot sein soll.
Kubus oder Kuppel ifa-Galerie Berlin, Linienstraße 139/140, Mitte, bis 30.9., Di–So 14–19 Uhr

Texte: Constanze Suhr

Foto:  Frauke Wilken

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