Ausstellungen

Kurz und Kritisch

H.G.GaulBerliDaimler Contemporary
Inmitten der Touristenströme und doch beinahe versteckt (nur ein kleiner Aufsteller weist dem Besucher den Weg zur Klingel in den vierten Stock des Hauses Huth) präsentiert die Daimler-Kunstsammlung in ihrer Berliner Dependance minimalistische Positionen aus den 60ern. Neben großen Namen wie Hanne Darboven findet man auch die eine oder andere Position von heute weniger bekannten deutschen und internationalen Künstlern verschiedenster Gruppierungen (Zero, Konkrete Kunst, Formalismus, Concept Art). Gut kuratierter Einblick in die minimal-abstrakte Kunst der 60er und schöner Blick über den Potsdamer Platz.
The Sixties II Haus Huth, 4. Etage, Potsdamer Platz, Alte Potsdamer Straße 5, Tiergarten, tgl. 11–18 Uhr, bitte klingeln, bis 23.9.

Kunstraum im Deutschen Bundestag
Der Deutsche Bundestag besitzt eine der umfangreichsten Kunstsammlungen zeitgenössischer Kunst in Deutschland, aus der im steten Wechsel Auszüge im Kunstraum Deutscher Bundestag präsentiert werden. Aktuell sind Ankäufe der Sammlung aus dem Bereich Zeichnung und Grafik zu sehen. Die Arbeiten der zumeist jungen Künstler decken fast das gesamte Spektrum grafischer Kunstproduktion ab – von comichaften Reihen über klassische Zeichnungen bis hin zu Stencil Art und minimalistischen Cuts. Besonders beeindruckend ist die Rauminstallation „nervös“ von Brigitte Waldach, die Street Art mit dem Versuch verbindet, grafische Arbeit in den Raum zu übersetzen.
Neue Linien Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, Schiffbauerdamm, Eingang an der Spree, Di–So 11–17 Uhr

Berlinische Galerie
Die Berlinische Galerie steht ja sonst ein wenig im Schatten der anderen Museen, in diesem Sommer aber legt sie mit großem Wurf und tollem Programm vor – und ist im Moment die Kunsthalle, um die in Berlin so viel gestritten wurde. In der Eingangshalle die Installation „Forst“ von Michael Sailstorfer, die den Ort in eine Art Miniatur-Turbinenhalle а la Tate Modern verwandelt. Dazu Alfredo Jaar, der zeigt, dass politische Kunst auch anspruchsvoll sein kann (ganz anders als die diesjährige Berlin Biennale), sowie ein Einblick in die Sammlung „About Change“, die sich ganz der Collage verschrieben hat. Wer Lust auf mehr hat, geht die Treppe hoch und schlendert durch die Präsentation der Sammlung des Hauses: 100 Jahre Kunst aus Berlin, von 1880 bis 1980.
Alfredo Jaar u. a. Alte Jakobstraße 124–128, Kreuzberg, Mi–Mo 10–18 Uhr, bis 17.9. und länger

Texte: phk

Foto: H.G.Gaul Berlin

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