Ausstellungen

Lange Nacht der Museen 2010: Wissenschaft

Alexander_von_HumboldtDiesmal steht die Wissenschaft im Mittelpunkt, feiern in diesem Jahr schließlich die Akademie der Wissenschaften (300 Jahre), die Humboldt Universität (200 Jahre) und die Staatsbibliothek (350 Jahre) runde Jubiläen.
60 Ins­titutionen haben sich zusammengetan, die sich im Sinne Humboldts das Sammeln, Bewahren und Präsentieren zur Aufgabe gemacht haben. So anschaulich wie in dieser Nacht demonstriert, kann und sollte Wissenschaft sein, das ist auch ganz im Sinne von Alexander von Humboldt, der die einzelnen Zweige der Wissenschaft miteinander verweben und zugänglich machen wollte.
Einige Höhepunkte haben wir für Sie ausgewählt, den Rest entdecken Sie am besten selbst. Übrigens: ganz neu dabei ist das frisch renovierte Schloss Schönhausen, das Sommerresidenz der Gemahlin von Friedrichs dem Großen und später Gästehaus der DDR-Regierung war.

26. Lange Nacht der Museen: 30.1.
Eröffnung: 18 Uhr vor dem Roten Rathaus, dort fahren auch die Shuttlebusse ab
Tickets: 15, ermäßigt 10 Euro.
www.lange-nacht-der-museen.de

HIGHLIGHTS

transmediale.10
Multimedia Drei Tage vor der Eröffnung der transmediale.10, die in diesem Jahr unter dem Motto „Futurity Now!“ steht, geben mehrere Ausstellungen einen Vorgeschmack auf das Medienkunstfestival. Etwa die audiovisuelle Installation „Chapter 1 – The Discovery“ (Foto) des spanischen Künstlers Felix Luque Sбnchez im Instituto Cervantes oder das experimentelle Medienkunstprojekt „Hybrid Frequencies“ des Slowenen Marko Batista und des Tschechen Prokop Bartonicek in der Galerie Zero. Und im Centrum Hungaricum präsentiert das kanadische Künstlerduo Emmanuel Madan und Thomas McIntosh eine akustische Hommage an den Komponisten György Ligeti.
Verschiedene Orte

Evolution
Erkundung der Tiefsee Die Sonderausstellung „Tiefsee“ nimmt die Besucher in einem begehbaren U-Boot mit auf eine Tauchfahrt in einen noch weitgehend unerforschten Lebensraum. Hier gibt es durchsichtige Tintenfische und monsterartige Quallen zu sehen. Die Ausstellung „Hominiden Evolution“ vermittelt anhand von Büsten, Skeletten und Kunstgegenständen die Evolution der Menschenaffen. Live-Sprecher begleiten die Ausstellungen und berichten von Expeditionen und neues­ten Forschungsergebnissen. Darüber hinaus gibt es Mitmachstationen, eine Tombola, die Möglichkeit zu mikroskopieren, Live-Musik unter Sauriern, eine Cocktailbar und ­eine Filmlounge. Museum für Naturkunde

Roboter und Diva
Zwei?Sonderausstellungen bestimmen derzeit das Programm des Museums: „The Complete Metropolis“ zeigt anhand von Originalobjekten und Filmausschnitten, wie Fritz Lang seinen visionären Film schuf und warum dieser maßgeblich das Science-Fiction-Genre prägte. So ist etwa George Lucas’ Roboter C3PO aus der „Krieg der Sterne“-Saga eine Hommage an Langs Maschinenfrau?Maria . Die Ausstellung „Romy Schneider. Wien-Berlin-Paris“ blickt hingegen auf die Karriere der Diva zurück. Und der Regisseur und Filmhistoriker Serge Bromberg stellt seine Doku „L’enfer d’Henri-Georges Clouzot“ vor, ein Film über Clouzots unvollendetes Werk mit Romy Schneider. Museum für Film und Fernsehen

Spiel der Farben
Einblick in die Forschung Kunsthistoriker, Restauratoren und Kustoden der Skulpturensammlung und des Museums für Byzantinische Kunst geben Einblicke in ihre Arbeiten und Arbeitsmethoden. Die Führung von Janet Kempf „Die Kreuzabnahme Christi“ führt das eindrucksvoll an einem Kunstaltärchen aus dem 11. Jahrhundert vor. Chefrestaurator Bodo Bucybski gibt Einblicke in die Herstellungsverfahren mittelalterlicher Tonbildwerke. Ab 18 Uhr finden mehrere Vorträge und Gespräche mit den Experten statt, etwa über rätselhafte Marienfiguren und die Heiligen?Drei Könige. Die Ausstellung „Das Spiel der Farben und Formen – Mosaikkunst“ bietet stündlich ein Mitmachprogramm für Kinder.
Bode-Museum, Bodestr. 1-3, 10178 Berlin (Mitte )

Lieblingsspeisen
Jüdische Geschichte Lange Nächte kennen auch die Tüftler und Bastler, die für das mobile Ausstellungskonzept des Museums verantwortlich sind. Im offenen Laborgespräch lassen sie sich von den Besuchern auf die Finger schauen. Außerdem gibt es Themenführungen durch die Ausstellungen „Koscher & Co“ und „Aufbruch in die Moderne“. In der Kinderführung „Ich fü(h)r dich“, einem Pilotprojekt der Schüler der Freien Waldorfschule, erklären Kinder anderen Kindern, welche Rolle das Essen in der jüdischen Religion einnimmt. In diesem Zusammenhang leitet die Künstlerin Eva Randelzhofer den Workshop „Big Draw – Zeichne Dein?Dinner“, bei dem man seine Lieblingsspeisen zeichnen kann. Jüdisches Museum Berlin

Blick ins Bild
Kunst als Wissenschaft Kunsthistoriker und Restauratoren geben Einblicke in ihre Arbeit und zeigen, was dem Betrachter meist verborgen bleibt: Unterzeichnungen, Veränderungen und Reuezüge der alten Meister. Es werden alte Maltechniken vorgestellt, neue Forschungsergebnisse erläutert und unbekannte Gemälde aus dem?Depot ergründet. Ganz technisch, doch nicht weniger spannend, geht es in Vorträgen über die „Hängung der Bilder“ oder „Gemälde und ihr Schicksal der Beschneidung“ zu. Unter dem Motto „Hintergründe des Kunstbetriebs“ gewähren außerdem die Kuratoren Stefan Weppelmann und Friederike Weis stündlich einen Einblick in den Ausstellungsbetrieb der Gemäldegalerie. Gemäldegalerie

Begutachtung
Ohne Preisschätzung Die wohl interessanteste Aktion des Abends ist Prof. Dr. Hans Ottomeyer vorbehalten: Der Direktor des Museums begutachtet mitgebrachte Antiquitäten der Besucher und ordnet sie kulturgeschichtlich ein (ohne Preisschätzung!). Ebenso von Interesse dürften die Präsentationen der Res­tauratoren sein. Sie geben einen Einblick in ihre wissenschafltichen Arbeiten und stellen ihre Methoden anhand historischer Zeugnisse vor. Zwischen 18 und 19 Uhr findet im barocken Zeughaus ein Familienprogramm statt und das Zeughauskino präsentiert Dokumentarfilme über Fälschungen eines Gemäldes und die Kunst der Restaurierung und Konservation. Deutsches Historisches Museum

Sprache des Geldes
Aktionen, Führungen und Musik Im Museum für Kommunikation steht die „Lange Nacht der Museen“ im Zeichen der „Sprache des Geldes“. So kann man bei einem Besuch der Wahrsagerin Shakira erfahren, ob man 2010 mit einem warmen Geldsegen rechnen kann. Wer nicht auf das Schicksal vertraut, kann mit ein bisschen Glück im Casino Royal sein Konto aufbessern. Die zweite Sonderausstellung „Vom Punkt zum Bild“ beleuchtet die Geschichte der Bildreproduktion. Studenten der Universität der Künste stellen dazu digitale Fotoarbeiten aus, die sich mit dem kulturellen und technischen Wandel der Bildherstellung beschäftigen. Museum für Kommunikation

LETZTE CHANCE: SAMMLUNG DER GASAG IM ALTEN STELLHAUS

Fotos: SmBK/Jürgen Liepe, The User, Museum für Naturkunde, Heinz Köster/Deutsche Kinemathek, SMB,AFP/Getty/Atta Kenare; SMB/Gemäldegalerie, Deutsches Historisches Museum, Marc Dietrich/Fotolia

 

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