Ausstellungen

Lea-Maria Brinkschulte über Kunst und Geschäft

 Lea-Maria Brinkschulte

Helge Achenbach ist ein renommierter Kunsthändler, der auf seiner Klientenliste große Konzerne wie Mercedes-Benz und die Telekom führt. In dieser Funktion vertrat er auch den 2012 verstorbenen Erben des Aldi-Nord-Imperiums Berthold Albrecht. Für ihn hatte er unter anderem zwei Gemälde von Roy Lichtenstein erstanden. Zwei Jahre später nun erstattete die Frau des Verstorbenen Strafanzeige gegen Achenbach. Da kommt der Mann nichts ahnend aus Brasilien wieder, wo er mal eben die Hotelanlage der deutschen Fußballnationalmannschaft – die für sich genommen auch ein Streitthema ist – mit Gemälden ausgestattet hat und findet sich unverhofft in Untersuchungshaft wieder. Er habe der Familie für die Lichtenstein-Bilder einen falschen Kaufpreis in Rechnung gestellt und damit einen Schaden von 18 Millionen Euro zu verantworten. Die Schuldvorwürfe weist seine Agentur zurück. Wo die Wahrheit liegt, kann nur gemutmaßt werden. Dass Kunstsammler Zwischenhändlern ihr Geld anvertrauen, um durch die Anonymität den Verkaufspreis zu drücken, ist allgemein bekannt. Aber Betrug ist Betrug, egal um welche Summe es sich handelt – 18 Millionen sind schließlich kein Pappenstiel. Dass es im Kunsthandel Korruption gibt, überrascht eigentlich nicht weiter. Dennoch wirft dieser Vorfall nicht nur ein schlechtes Licht auf die Zunft, er stellt auch die Frage nach der Habgier des Menschen. Man sagt ja nicht umsonst, dass Geld den Charakter verdirbt.

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