Ausstellungen

Lea-Maria Brinkschulte über Kunstgeschichte

Lea-Maria Brinkschulte über Kunstgeschichte

11 Uhr vormittags am Käuzchensteig in Dahlem. Verschlafen wirkt die Straße und ruhig ist es, obwohl nur wenige Meter entfernt die Clayallee verläuft. Durch die Birkenblätter fällt diesiges Sonnenlicht auf grünes Moos. Und auf braun-schwarzes Eisen. Es sind Skulpturen des Bildhauers Bernhard Heiliger, die hier im Garten der Hausnummer 8 verteilt sind. Im zugehörigen Gebäude hatte er einst sein Atelier. Dort soll nun ein neues Ausstellungshaus entstehen. Eines für die deutsche Nachkriegsmoderne in Ost und West mit dem Fokus auf Bildhauerei. Ausgerechnet in Dahlem? Das fragt man sich, wo doch die Museen Dahlem nicht gerade große Besucherströme zu bejubeln haben. Doch die künstlerische Leiterin Dorothea Schöne ist zuversichtlich: Die Geschichte des Hauses wird die Menschen anlocken. Hier nämlich wurde ab 1938 unter der Leitung von Albert Speer ein Atelierhaus für den von Hitler geschätzten Bildhauer Arno ­Breker gebaut. Nebenan sollte auch seine Privatvilla entstehen, doch dazu kam es nie und heute steht auf ebendiesem Grundstück das Brücke-Museum. Dieser Umstand und der Enthusias­mus der 38-jährigen Direktorin könnten durchaus dazu beitragen, dass es gelingt, auch in Dahlem ein erfolgreiches Kunsthaus zu etablieren. Pläne gibt es jedenfalls viele und auch an Geschichten um die Vergangenheit des Hauses mangelt es nicht. Im Juni 2015 soll das Kunsthaus Dahlem eröffnen. Man darf gespannt sein.

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