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Leiko Ikemura im Museum für asiatische Kunst

Leiko_Ikemura_c_Leiko_Ikemura_FOTO_Joerg_von_Bruchhausen_Berlin„Es gibt nichts, was fest ist, alles verändert sich“, sagt Leiko Ikemura. Diese japanische Philosophie wird in ihren Arbeiten sichtbar, die das Vergängliche umkreisen und die Transformation einfangen. Ikemura selbst, die in Osaka spanische Literatur und Fremdsprachen studierte, bevor sie 1972 als Bildhauerin begann und 1991 zur Professorin für Malerei in Berlin avancierte, sieht sich als Grenzgängerin zwischen japanischer und okzidentaler Kunst. „Für mich ist Asien nicht einfach östlich und der Westen ein Kontrast, sondern ich schaue, wo die Weltanschauungen ineinanderfließen.“ Alles wird verwoben, kreist um die Themen Natur und Mensch, Tod und Transzendenz. Im Museum tritt ihr Schaffen in einen produktiven Dialog mit den klassischen Werken Ostasiens. Zwischen thronenden Buddhas und Rollbildern ordnen sich ihre inneren Landschaftsbilder ein. In vier Räumen sind wunderbar freie, mutationsfreudige Zeichnungen zu entdecken, transitorische Gemälde, Schwarz-Weiß-Fotos welkender Blumen, Bronzen und Terrakotta-Figuren sowie ephemere, literarische Haiku-Werke, die doch alle den gleichen Geist atmen und das komplexe, sehr poetische Denken der Künstlerin spiegeln. Es bringt nicht expressive Zustände, sondern stille Übergänge zum Ausdruck. Da verschmelzen Himmel und Horizont in Landschaftsabstraktionen, formen sich Berge zeichnerisch zu Fratzen oder erscheinen plastische Köpfe zwischen Wachen und Träumen. Alles ist im Fluss.

Text: Andrea Hilgenstock

Foto: Leiko Ikemura, Foto: Joerg von Bruchhausen / Berlin

tip-Bewertung: Sehenswert

„Leiko Ikemura. Korekara oder die Heiterkeit des fragilen Sein“ Museum für Asiatische Kunst, bis 22.4.

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