Ausstellungen

Maike Cruse über das 10. Gallery Weekend

Maike_Cruse_c_WolfgangStahrDas Gallery Weekend Berlin wird zehn Jahre alt. Gibt es zum Geburtstag eine besondere Überraschung?
Die größte Überraschung sind ja die Ausstellungen in den Galerien selber – auch für uns, da die Künstler neue, ortsspezifische Ausstellungen präsentieren. Aber auch bei den exklusiven Veranstaltungen für unsere geladenen Gäste haben wir uns ein paar Überraschungen ausgedacht.

Es sieht so aus, als ob das Kind langsam erwachsen wird. Oder täuscht der Anschein, dass zunehmend etablierte Positionen vorgestellt werden?
Das Gallery Weekend ist schon seit Anfang an sehr erfolgreich, und die Galerien zeigen seit jeher eine gute Mischung aus etablierten und jungen Positionen, die auch die Vielfalt und Qualität der Berliner Kunstwelt repräsentiert. So gibt es junge Stars wie David Ostrowski, Ned Vena, Katja Novitskova oder Wu Tsang, etablierte Positionen wie Liam Gillick, Fischli/Weiss oder Richard Phillips bis zu Ausstellungen mit historischen Werken von Gordon Matta-Clark oder Philip Guston.

Wie viele Sammler aus aller Welt haben sich zum Gipfeltreffen angekündigt?
Etwa 1?000 Gäste werden für das exklusive Gala Dinner geladen. Es kommen aber noch etwa 20?000 weitere Sammler, Kuratoren und Kunstinteressierte zum Gallery Weekend in die Stadt. 

Welche Highlights erwarten die Besucher?
Das ist schwer zu sagen, da alle teilnehmenden Galerien sehr besondere Ausstellungen planen und viele spannende Künstler dabei sind. Ich persönlich freue mich also auf alle 50  Ausstellungen, darunter die Rauminstallation aus Lichtmodulen von Pae White, die Performance und Ausstellung von Katinka Bock, die Druckerinstallation von Florian Meisenberg, auf Simon Dybbroe Mшller, der eine ortsspezifische Installation auf einer Brache plant, und auf eine sehr aufwendige, ortsspezifische Installation des afrikanischen Künstlers Georges Adйagbo sowie die neuen Räume der Galerie Neu.

Weiterlesen: Bereits seinen 10. Geburtstag feiert das Gallery Weekend vom 2. bis 4. Mai. Für den besseren Überblick hier unsere Highlights

Sind bestimmte Trends in diesem Jahr auszumachen?
Ich finde es in der Kunst sehr schwierig, von Trends zu sprechen. Das gehört in die Mode. Wir zeigen einen guten Mix aus allen Medien der Kunst. Hier ist bisher kein Schwerpunkt erkennbar.

Wie wollen Sie künftig verhindern, dass Langeweile aufkommt, wenn vorwiegend große Galerien sich eine Teilnahme leisten können und junge Galerien es schwer haben, wahrgenommen zu werden?
Junge Galerien werden integriert und unterstützt, indem sie einen geringeren Teilnahmebeitrag zahlen. Zudem haben wir die Teilnehmerzahl bewusst bei 50 gehalten, sodass man in den drei Tagen alle teilnehmenden Galerien besuchen kann – also nicht nur die großen Galerien, sondern auch die jüngeren Neuzugänge. Wenn die Ausstellungen weiter auf diesem hohen Niveau bleiben, wird so schnell keine Langeweile aufkommen. 

Interview: Andrea Hilgenstock

Foto: Wolfgang Stahr

Gallery Weekend ?50 verschiedene Galerien, ?Fr 2.5., 18–21 Uhr, ?Sa 3. + So 4.5., 11–19 Uhr, ?www.gallery-?weekend-berlin.de

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