Ausstellungen

Maix Mayer Ausstellung „Was tun?“ in Berlin

Maix MayerFormen wandern, das war eine These der letzten Documenta. Maix Mayer hätte diese Bestätigung nicht gebraucht, ist das Verfolgen von Formen doch schon länger die Strategie des Künstlers aus Leipzig. Er ist in seinen Fotografien und Videos gewissermaßen als ein Weltreisender unterwegs, der in Taiwan, China und anderen Ländern Asiens Architekturen aufspürt, die ihn an das erinnern, was in seiner Kindheit für Zukunft stand: Flügel aus Beton, angespitzte, bis auf den Boden reichende Dächer, organisch gestaltete Säulen, Pavillons, die rund wie Schneekugeln gestaltet sind. Das alles fand er in der Architektur von Ulrich Müther, einem Architekten der DDR, dessen futuristische Formensprache die Zeit nach der Wende oft nicht überleben durfte.

Schon deshalb ist Mayers Ausstellung in der Guardini Galerie anregend, setzt er Müther doch nicht nur in Fotografien ein Denkmal, sondern dokumentiert die Universalität von dessen gestalterischen Ansätzen. Auf verästelten Fotowänden und in Videos sammelt Maix Mayer verwandte Formen in Asien, die ebenfalls ihre besten Tage schon hinter sich haben und in den Spuren der Abnutzung hier wie dort dafür sprechen, dass die Zukunft, die sie versprachen, so nicht kam. Spannend ist das aber vor allem durch Mayers Form der Verknüpfung von Bildern, den Folgen von Farben, Blicken durch ein Fernglas, Fahrten mit dem Motorroller, auch Schlaf- und Traum­sequenzen: Diese bildnerischen Mittel machen aus der Welt einen Erfahrungsraum, der im Fernen und Fremden das Vertraute zu entdecken immer wieder möglich macht.

Text: Katrin Bettina Müller

(tip-Bewertung: Sehenswert)

Maix Mayer „Was tun?“,
Guardini Galerie,
Di-Fr 14-19 Uhr, bis 24.4.2009,
und Galerie Eigen + Art bis 9.5.2009

Weitere Ausstellungen:

Kenno Patrida in der Galerie Wilde (bis 25.4.)

Clemens Krauss im Haus am Waldsee (bis 26.4.)

Die Sprache Deutsch im Deutschen Historischen Museum (bis 3.5.)

Susi Pop in der Galerie Zwinger (bis 9.5.)

Stefan Panhans in der Galerie Olaf Stüber (bis 9.5.)

„Picturing America“ in der Deutschen Guggenheim (bis 10.5.)

„New York in the Forties“ von Andreas Feininger im Bauhaus Archiv (bis 18.5.)


 

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