Ausstellungen

„Malerei der 80er-Jahre“ in der Galerie Sprüth Magers

Installationsansicht_Malerei_der_80erIn den weitläufigen Räumen der Galerie Sprüth/Magers bringt der Maler Albert Oehlen vier sehr unterschiedliche Positionen zusammen. Der etwas irreführende Titel „Malerei der 80er-Jahre“ – es handelt sich nämlich mitnichten nur um klassische Malerei, und manche Stücke sind erst wenige Jahre alt – ist nur ein Beispiel, wie Oehlen zu genauem Hinsehen anregt. Selbst in den 80ern bekannt geworden, hat er mit Richard Artschwager, Ashley Bickerton, Malcolm Morley und Andreas Schulze eine illustre Runde versammelt. Richard Artschwager, mit einem minimalistischen Objekt und zwei Gemälden vertreten, ist außerdem mitverantwortlich für die Ausstellungsarchitektur.

So wurde ein Tischobjekt in eine den gesamten Raum umspannende Wandmalerei transferiert. Von Ashley Bickerton sind unter anderem an Stangen hängende Assemblagen, die irgendwo zwischen Versuchsanordnung und Fitnessgerät changieren. Extrem vielseitig ist Malcolm Morley, der erste Turnerpreisträger im Jahr 1984. Er zeigt Bilder aus verschiedenen Werkphasen. Besonders stark ist das Bild, auf dem er eine Strandszene fast gänzlich in Farbflächen und -kleckse auflöst. Der Kölner Maler und Bildhauer Andreas Schulze arbeitet auf angenehm lockere Art konzeptuell. Auf großformatigen Leinwänden verzahnt er alltägliche Dinge mit abstrakten Formen und erzeugt so eigenartige Hybride. Oehlen inszeniert das alles wunderbar zurückhaltend und mit großem Gespür für den Raum. So beschränkt er sich auch darauf, von sich nur eine für ihn relativ kleine Arbeit zu zeigen. So offen und grenzüberschreitend kann Malerei sein.

Text: Michael Wagner

Foto: Janes Ziehe / Sprüth Magers Berlin London

tip-Bewertung: Herausragend

Malerei der 80er-Jahre. kuratiert von Albert Oehlen Sprüth Magers, Oranienburger Straße 18, Mitte, Di–Sa 11–18 Uhr, bis 12.1.2013

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