Ausstellungen

Mathias Rust\s Cessna ab heute im Technikmuseum

Cessna_1987_in_MoskauEs ist eine irre Geschichte. Was bisher geschah: 28. Mai 1987. Hobbyflieger Mathias Rust, damals 19, mietet eine Cessna 172 des Hamburger Aeroclubs, landet damit auf dem Roten Platz. Der UdSSR-Vertei­digungs­minister fliegt raus, der Luftabwehrchef gleich hinterher. Rust sitzt 14 Monate im Moskauer Knast ab.

Der Aeroclub verkauft die Cessna an den Kosmetikkonzern Azuma Royal, für 150.000 Mark. Der will sie für das Modelabel MCM werben lassen, fliegt sie im Oktober 1987 aus Moskau nach Hamburg, kleistert sie mit Reklame zu. Deutsche Behörden: sauer. Die Russen: auch. Flugverbot. Die Cessna geht 1988 an einen iranischen Luxushändler. Der parkt sie in einen Hangar in Tokio. 1991 kauft sie ein Sportclub im Utsunomiya, 100 Kilometer nördlich von Tokio, stellt sie unter freiem Himmel aus. Der Club geht 2003 in Konkurs. Neuer Eigentümer. Der mottet die Cessna ein, sägt die Tragflächen ab.

Fünf Jahre später. Heiko Triesch vom Technikmuseum grübelt mit Kollegen über Neuerwerbungen. Die Idee: Rusts Cessna. Sie wird in Japan gefunden, gekauft – „kostete nicht mehr als ein VW Golf“ (Triesch) – und im Oktober 2008 nach Deutschland transportiert. Ab dem 22. Jahrestag des Rust-Coups hängt die Cessna im Foyer des Technikmuseums. Das Ende eines Irrflugs.

Text: rik
Foto: Ullsteinbild/AP

Deutsches Technikmuseum Öffnungszeiten und weitere Infos, Foyer, Trebbiner Straße 9, Kreuzberg, ab Do 28. Mai

Mehr:

Kunst und Museen in Berlin von A – Z

Mehr über Cookies erfahren