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Matthias Fritsch

Matthias_FritschFritsch war bei der alternativen Fuckparade im Jahr 2000 dabei. „Das war die Gegenveranstaltung zur damaligen Loveparade, wo sich die Berliner Subkultur zusammenfand, um gegen Kommerzialisierung und Mainstream zu demonstrieren“, erzählt der Künstler. Sein Video nimmt den Betrachter mit auf einen abenteuerlichen Trip, dessen Rhythmen Laune machen, dessen Protagonisten aber abschrecken. Mulmige Gefühle kommen auf angesichts grölender Jungs und der potenziellen Gefahr einer entfesselten Masse. Ein neuzeitlicher Wikinger steht im Mittelpunkt von „We. Technoviking“. Der Film ist auch auf Youtube zu sehen. In seinem Kunstvideo habe er „die Frage nach Inszenierung oder Dokumentation“ aufwerfen wollen, sagt Fritsch. „Wofür ‚Technoviking‘ heute steht, ist das Ergebnis aus der Kollaboration von Tausenden von Usern, die aktiv bei der Erzeugung dieses Internet-Mems mitgewirkt haben.“ Fritsch, der in Karlsruhe und New York Medienkunst studiert hat, arbeitet auf der Höhe der Zeit. Sein Video hat schon hohe Wellen geschlagen. „Die sehr unterschiedlichen Userreaktionen, die sich zuhauf im Netz finden, faszinieren mich so sehr, dass ich ein Archiv darauf aufgebaut habe, anhand dessen sich die Recycling-Kultur im Netz sehr anschaulich darstellen lässt“, berichtet er.

Text: hil

Foto: Harry Schnitger

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