Klangkunst

Max Eastley: Lines and Traces

Der Künstler Max Eastley aus Großbritannien bringt in Lines and Traces Materialien aus der Natur zum Schwingen – und erfindet diese somit neu

Foto: Anton Minayev

Eigentlich geht es hier um Musik. Allerdings nicht mit Instrumenten oder Stimmen erzeugt, nein, und auch nicht mit Computern. In der Ausstellung „Lines and Traces“ lässt der Klangkünstler Max Eastley in der daad Galerie Stäbe an Seilen tanzen und bringt somit Holzrahmen und Steine zum Sprechen. Letztere hat er sogar selbst in Südengland gesammelt. Seine an der Decke oder dem Boden befestigten Installationen, von Motoren angetrieben, bringen genannte Objekte in Schwingung. Diese rotieren in unberechenbaren Bewegungen und erzeugen somit Klang. Relativ laut und relativ unvorhersehbar. Es wird klar, dass er zwar Elemente der Natur einbaut, diese aber durch die In-Klang-Setzung verfremdet. Sie sind inszeniert, sprechen plötzlich eine andere Sprache. Als kinetische Kunstwerke bleiben sie nie still und nie gleich. In sehr viel reduzierterer Form erinnern sie an die riesigen Klang-Maschinen von Jean Tinguely. Eine Frage bleibt jedoch: Wer macht eigentlich die Musik bei Eastley? Der Motor, der Holzstab oder doch der Stein?

DAAD Galerie Oranienstr. 161, Kreuzberg, Di–So 11.–30.8., 12–19 Uhr

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