Ausstellungen

„Melos – zwischen den Räumen“ im Saalbau Neukölln

MonikaLilleikeundElviraHufschmid.Wie auf der Fähre von Barcelona nach Ibiza könnten sich die Besucher auf dem Weg vom vorderen in den hinteren Teil der Galerie im Saalbau fühlen. Der schwankende, rumorende Boden, eine Installation von Eva AM Winnersbach, lässt plötzlich innehalten und verblüfft durch die sich mit einem Mal veränderte Erfahrung der eigenen Bewegung im Ausstellungsraum. Einer anderen, neuen Wahrnehmung von Raum und Zeit, dem Nachspüren von Rhythmus und Bewegung, von Geräuschen und Klängen, widmet sich die Ausstellung „Melos – zwischen den Räumen“, die an drei Orten stattfindet. Im Saalbau, an der geschäftigen Karl-Marx-Straße, warten die ruhigen Arbeiten wie Markus Wirthmanns künstlich erzeugte Wanderdüne und Bernd Blefferts Installation „Sandtrommeln“, die durch die Bewegung des fließenden Sandes hauchende Töne erzeugt.

„Melos“ macht den Anfang in der Reihe „Labor Neukölln“, zu der die Galerie im Saalbau Projekträume eingeladen hat, Ausstellungen für diesen kommunalen Neuköllner Schauraum zu konzipieren. Dazu gehört auch das Wirken nach außen durch die großen Fenster der Galerie, die in diesem Fall mit zwei Videos die Aufmerksamkeit der Passanten einfordern. Manfred Walthers Zeitrafferfilm führt uns den Wahnsinn der Neugestaltung des Potsdamer Platzes erneut und verblüffend vor Augen, während Inger Lise Hansens Animation eines zerfallenden Holzhäuschens die ständige Gefahr des Verlusts  von Geborgenheit verbildlicht. Die Arbeiten im Kunstraum t27 in der beschaulichen Thomasstraße sind lauter, auch verspielter, aber nicht weniger philosophisch – zum Beispiel die wunderbare Schereninstallation Steffi Stangls, die fünf dieser scharfen Metallschnapper wie Synchronschwimmer im Kreis ein faszinierendes Ballett tanzen lässt.

Text: Constanze Suhr

Foto: Monika Lilleike und Elvira Hufschmid

tip-Bewertung: Sehenswert

Melos – zwischen den Räumen Saalbau Neukölln, Karl-Marx-Straße 141, Di–So 10–20 Uhr, bis 14.4.; Kunstraum t27, Thomasstraße 27, Neukölln, bis 31.3., Mi–So 15–19 Uhr; Vitrine U-Bahnhof Karl-Marx-Straße bis 31.3.

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