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Meschac Gaba in der DB Kunsthalle

Meschac Gaba in der DB Kunsthalle

„Mein Museum hat keine Wände“, erklärt Meschac Gaba. Seine umfangreiche Installation „Museum of Contemporary African Art“ zeigt sich dementsprechend offen, ohne Flachware. Nahtlos gehen die säuberlich geordneten Arrangements ineinander über. Kunst und Alltag verschmelzen. Dabei hinterfragt Gaba ein bisschen viel auf einmal. Der westliche Museumsbegriff und der Tunnelblick in der Kunst erscheinen ihm ebenso suspekt wie kapitalistische Zusammenhänge, Überflussgesellschaft, Weltreligionen. Das erschließt sich nicht leicht, obschon der Künstler eher spielerisch als intellektuell vorgeht. Eingangs balanciert der Berliner Bär auf einer Fahne mit eingenähten Münzen. Unmittelbar danach fällt der Blick auf golden glasierte Keramikbrote und zerkleinerte Geldscheine. Einfach und dennoch kryptisch mutet an, was da am Fußboden ausgebreitet oder auf einer kreuzförmigen Holzkonstruktion gelagert wird. Noch als Student an der Rijksakademie in Amsterdam begann Gaba 1997 am „Draft Room“ zu basteln. Es ist der erste von zwölf Räumen der begehbaren Großinstallation, die durch die Kunstwelt tourt – von der documenta 11 bis zur Tate Modern. Mit Letzterer kooperiert die Deutsche Bank KunstHalle. Deshalb jetzt der Berliner Auftritt des 1961 im afrikanischen Benin geborenen, in Rotterdam lebenden Künstlers. Im Zentrum seines Opus magnum steht der „Art and Religion Room“ mit verschiedenen symbolhaften Objekten. Gelegentlich bringt ein Tarotkartenleser dort Glaubensvorstellungen ins Wanken, wie Raumbeschreibungen erläutern. Man muss schon in diese Konzeptkunst eintauchen, die keine Folklore bietet, sondern eine sehr spezielle Sicht auf die Welt. Partizipatorische Einsprengsel lockern das Ganze auf. So darf der Besucher Bauklötze zu Hochhäusern türmen – bis der Nächste sie umstößt. Ein wenig wie im Kindergarten.   

Text: Andrea Hilgenstock

Foto: Nils Klinger / documenta und Museum Fridericianum Veranstaltungs-GmbH / VG Bild-Kunst, Bonn 2014

tip-Bewertung: Annehmbar

Deutsche Bank Kunsthalle
, Unter den Linden 13-15, Mitte, tgl. 10–20 Uhr, bis 16.11.

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