Ausstellungen

Michael Beutler im Hamburger Bahnhof

Michael Beutler im Hamburger Bahnhof

Überall liegen Materialien herum – mal so, als seien sie gerade eben beiseite gelegt worden, mal im hinteren Teil der Halle in Form einer Vorratslagerung. Hinzu treten die vom Künstler selbst entworfenen mechanischen Apparate, mit denen das Material bearbeitet wird, um anschließend als Teil der Installationen verbaut zu werden, die die ganze Halle bewuchert. Handhabung und Sinn der Installation sind allerdings nicht immer ganz leicht zu erkennen.
Alles an diesen Installationen und Anordnungen hat den Anschein des Vorläufigen, Unfertigen. Und tatsächlich baut der Künstler während der gesamten Ausstellungszeit an einigen Tagen im Monat an den Strukturen weiter, die sich fast bis in Decken­höhe erstrecken und dem Raum eine neue Gestalt geben, indem sie die gegebene Architektur aufgreifen. Neben dem Gewusel an Utensilien, Materialien und Apparaten gibt es drei zentrale und  extra für die Ausstellung konzipierte Installationen. Die der Architektur der Halle nachspürende „Moby Dick“-Arbeit, das dokumentarisch-atelierhafte „Haus Beutler“ im hinteren Teil und die zentral gelegene „Pequod“, ein begehbarer Kuppelbau, der durch die Besucher in eine Drehbewegung versetzt werden kann – was der Skulptur etwas Lebendiges gibt, fast wie bei dem Segelschiff, nach der sie benannt ist. Eine beeindruckende, auch witzige Versuchsanordnung zwischen skulptural-architektonischer Intervention und überdimensionalem Künstleratelier.   

Text: Philip Koch

Foto: Nationalgalerie, Thomas Bruns

Hamburger Bahnhof Invalidenstraße 50–51, Tiergarten, ?Di–So 10-18, Do 10–20 Uhr, bis 6.9.

Mehr über Cookies erfahren