Ausstellungen

A Gentil Carioca in der ifa-Galerie

cariocaCariocas nennt man die Menschen, die in Rio de Janeiro leben. Dort ist seit 2003 der von Künstlern betriebene Kunstraum „A Gentil Carioca“ beheimatet. Zu Hause mischen diese sich recht erfolgreich ein und nehmen mit ihrer Produzentengalerie an Messen teil, unabhängig von der üblichen Fernsteuerung durch Galeristen. Die Berliner Schau mit zehn brasilianischen Künstlern verschafft einen Einblick in die äußerst lebendige lokale Szene. Es fällt auf, dass sich viele der Ausstellenden stark mit ihrer Umwelt auseinandersetzen, sozial denken, prozessorientiert arbeiten und weniger die Provokation suchen. Die forcierte Geste pflegt keiner. Vielleicht, weil es im Alltag schon genug Gewalt gibt, geht man  gesellschaftspolitisch eher poetisch zu Werke. So baut Jarbas Lopes ein Zelt aus Werbebannern, die er aufgesammelt hat. Alexandre Vogler lässt einen Zeppelin steigen, der als „Großes Auge“ die Lebensbedingungen ausspäht. Und Laura Lima, die zu den Mitbegründern des Kunstraumes zählt, lotet in zauberhaft-fragilen Versuchsanordnungen die Grenze zwischen Realität und Traum aus. Ein heißer Tipp für den Vielfraß mit Namen Markt ist auch ihr Kollege, der 33-jährige Zeichner Carlos Contente, dessen luftig-zarte Wandarbeiten (Bild) das Selbst auf Reisen schicken.   

Text: Andrea Hilgenstock


(tip-Bewertung: Sehenswert)

A Gentil Carioca – ein Kunstraum in Rio de Janeiro
ifa-Galerie, 30. Juli-10. Oktober 2010, Di–So 14–19 Uhr, bis 30.10.2010, Linienstraße 139/140, 10115 Berlin, http://www.ifa.de/

 

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