Ausstellungen

Moshe Gershuni in der Neuen Nationalgalerie

Moshe Gershuni in der Neuen Nationalgalerie

In riesigen hebräischen Lettern fragt Moshe Gershuni zu Beginn der Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie: „Wer ist ein Zionist und wer nicht?“ Seltsam findet der 1936 geborene Maler, dass eine solche „inner­israelische Frage“ in Deutschland interessiert. Es ist die erste Werkschau in der Neue Nationalgalerie, die sich einem israelischen Künstler widmet. „Kein Vater, keine Mutter“, ist die Ausstellung überschrieben, womit Gershuni auf Büchners „Woyzeck“ anspielt: „Es war einmal ein arm Kind und hatt’ kein Vater und kein Mutter, war alles tot.“ Gershuni lotet die eigene Identität und jene seines zerrissenen Landes aus. Seine oft gestischen Bilder, durchsetzt mit Bibelzitaten, sind emotional aufgeladen und kraftvoll. Die Lackfarben leuchten nach der Trock­nung intensiv – blutrot. Metapher für Blut und Feuer, Liebe und Wahn.  

Text: Martina Jammers

Foto: Jens Ziehe / Moshe Gershuni

Neue Nationalgalerie, ?Di–Mi 10–18 Uhr, Do 10–20 Uhr, ?Fr 10–18 Uhr, Sa–So 11–18 Uhr, ?bis 31.12.

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