Ausstellungen

Moskauer Künstler 1958 bis 2008 in der Galerie Sandmann

VolokchovAls Nikita Chruschtschow Ende der 50er Jahre die Entstalinisierung des Landes proklamierte, fassten die ersten Künstler Mut, wenigstens in den eigenen vier Wänden Unangepasstes zu zeigen. 1962 lud man diese Nonkonfor­mis­ten zu einer offiziellen Ausstellung ein, von der der Partei- und Regierungschef dann aber wenig begeistert war. Es sollte noch zwölf Jahre dauern, bis die Unbequemen, die sich nicht dem Sozialistischen Realismus verpflichteten, zum ersten Mal selber eine öffentliche Schau organisierten. Die Ausstellung unter freiem Himmel wurde prompt von Bulldozern plattgemacht. Kritische Töne waren auch 1974 nicht erwünscht. Sie hatten bis zur Peres­troika keine Chance. Marina Sandmann, selbst Moskauerin, ist auf die Aufmüpfigen spezialisiert und lässt zum 20-jährigen Galerie- und Art-Management-Jubiläum noch einmal 50 Jahre russische Kunst von der Tauwetterphase bis heute Revue passieren. Mit dabei: Vitaly Komar und Alexander Melamid, die Organisatoren der nie­dergemähten Freiluftschau, sowie Sergej Wolochow, der „Russland“ 1976/80 auf provozierende Weise festhielt. Die ebenso schöne wie lehrreiche Auftaktschau versammelt etwa 20 nonkonformistische Künstler mit abstrakten und figurativen Werken. Da das ganze Jahr Jubiläum ist, folgen weitere Höhepunkte wie „Die Geschichte der UDSSR“, eine 58-teilige, 17 Meter lange Farbanalyse von Komar und Melamid aus dem Jahr 1975.

Text: Andrea Hilgenstock

tip-Bewertung – Sehenswert

Tauwetter und die Folgen: Moskauer Künstler 1958 bis 2008 Galerie Sandmann, Linienstraße 139/140, Mitte, Di-Fr 14-19 Uhr, Sa 12-18 Uhr, 17.1.-28.3.2009

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