Ausstellungen

Musealisierung

Nicht, dass Sie das falsch verstehen. Es ist schlicht wunderbar mitzuerleben, wie Berlin sich Stück für Stück als Museumsstandort entwickelt. Letztes und aktuelles Beispiel ist der östliche Stülerbau in der Schloßstraße gegen­über dem Museum Berggruen im westlichen Stülerbau, dem Bröhan-Museum und dem Schloss Charlottenburg selbst. Die Zeiten des Jammerns um den Verlust des Ägyptischen Museums mitsamt der schönen Nofretete sollten nun endgültig vorbei sein. Denn in diesem Gebäude, dem ehemaligen Marstall, hat der Architekt Gregor Sunder-Plassmann ein modernes Schatzkästchen gezaubert für die Sammlung der Stiftung Dieter Scharf zur Erinnerung an Otto Gerstenberg.

passpartout_MusealUnter dem Titel „Surreale Welten“ werden dann mehr als 250 hochkarätige Werke des Surrealismus präsentiert. In diesem 1850 errichteten Gebäude, das nunmehr kongenial durch ein gläsernes Foyer komplettiert wird, werden u.a. Arbeiten von Francisco Goya, Andrй Masson, Renй Magritte und Max Ernst zu sehen sein. Die klassische Moderne hat damit ein exquisites Zentrum gefunden. Wenn die Träume des Generaldirektors der Staatlichen Museen, Peter-Klaus Schuster, tatsächlich umgesetzt werden, mit nur einem Ticket in die verschiedenen Museen zu kommen, dann dürfte der Besucherstrom fast beängstigend ansteigen.

Aber es gibt noch einen weiteren Clou, den das neue Museum bereithält. Nicht nur werden dort ständig surrealistische Filme gezeigt, das Museum setzt auf den Dialog mit der Gegenwart. Es sollen Filme des 21. Jahrhunderts gezeigt werden, die in der Tradition des Surrealismus stehen. Das dürfte eine aufregende Veranstaltung werden. Damit die Zeit des Wartens nicht so lang wird, empfehle ich den Besuch der Berlin Biennale, beispielsweise am 8. Mai um 21 Uhr: „laut und leise“ – Ursula Block eröffnet das Archiv Gelbe Musik in der Akademie der Künste, Hanseatenweg 20 im Tiergarten.

Mehr über Cookies erfahren