Ausstellungen

Neuer Standort für das Museum The Kennedys

The_KennedysAndere Untermieter in dem Haus, das der Jüdischen Gemeinde gehört, sind ein Ableger der Galerie Eigen&Art, die CWC-Gallery sowie das von den Grill-Royal-Machern betriebene Restaurant Pauly Saal. Hauptmieter ist Michael Fuchs, der dort die Michael Fuchs Galerie betreibt. Mit diesem Ort hat die Auguststraße, von der das Berliner Kunst-Wunder, der Aufstieg der Stadt zu einem der wichtigsten Kunststandorte weltweit, mit ihren Anfang nahm, also wieder einen deutlichen Galerien­zuwachs bekommen. Das Haus hatte nach der Schließung der Jüdischen Mädchenschule durch die Nationalsozialisten eine wechselvolle Geschichte. Die letzten Jahre stand der Bau, von temporären Zwischennutzungen abgesehen, leer. Während der neunmonatigen Restaurierung des denkmalgeschützten Baus wurden die Fassaden und Raumgliederungen bewahrt und wiederhergestellt.

Eine komplette Etage wird nun vom Kennedy-Museum bespielt. Ein wichtiger Grund für dessen Umzug war ein Zugewinn an Fläche um 200 Quadratmeter, der eine Erweiterung der Dauerausstellung um 50 zusätzliche Exponate und eine thematische Gestaltung in Bereiche wie „Berlinbesuch“, „Wahlkampf“ und „Mythos Kennedy“ erlaubt. Der Bestand an über 400 Ausstellungsstücken gehört zu den weltweit größten Sammlungen an Fotos, offiziellen Dokumenten und privaten Papieren der Kennedy-Familie. Er geht auf die Camera Work AG zurück, die neben ihrer Galerie in der Kantstraße auch die CWC-Gallery in der Mädchenschule betreibt. 2004 hatte sie ihre Kennedy-Sammlung erstmals in einer Ausstellung vorgestellt. Aufgrund der positiven Resonanz entstand die Idee, einen festen Ort für die Sammlung zu etablieren, der 2006 am Pariser Platz gefunden wurde. In der Mädchenschule lässt sich die erweiterte Sammlung nun neu entdecken. Der Auszug eines Briefes von Jackie Kennedy an Willy Brandt gehört auch dazu. Darin heißt es, die Worte ihres Ehemannes, die wohl am ehesten in Erinnerung bleiben werden, seien 1963 am Schöneberger Rathaus formuliert worden: „Ich bin ein Berliner“.

Text: Thorsten Freigang

Foto: John F. Kennedy Presitential Libary, Boston 

The Kennedys Jüdische Mädchenschule, Auguststraße 11–13, Mitte, Di–So 11–19 Uhr

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