Ausstellungen

Neues Licht auf das Sperrgebiet im DAZ Berlin

Drei andächtig blickende Kinder, Fuchs und Jogger zwischen üppigem Baumbewuchs, friedlich flatternde Vöglein, entspannt der Hirsch. Eine farbenprächtige Illus­tration der Landschaftsarchitektin Joyce van den Berg zeigt in wun­der­barer Übertreibung, wie schön und entspannend es sein könnte auf dem ehemaligen Mauerstreifen, den sie als „Traumalandschaft“ be­zeichnet und gern in ein neues Licht setzen würde. Spannend ist dabei vor allem auch, dass ihrem im DAZ präsentierten Forschungs- und Entwurfsprojekt zunächst ein­mal die Dokumentation des ins­gesamt 155 Kilometer langen ehemaligen Grenzstreifens vorausging, dessen ursprüngli­chen Verlauf sie nun in einem umfang­reichen Kartenbuch darstellt. Dabei halfen ihr unter anderem die von einem ehemaligen Stasi-Offizier zur Verfügung gestellten „AS“-Karten, Fluchttunnelpläne einer Grenzbewohnerin und Luftbilder aus dem Stadtarchiv.

Bei der Umwandlung der ehemaligen „Traumalandschaft“ mit ihrem großen ökologischen Poten­zial in ein Erholungsgebiet bezieht die Landschaftsarchitektin Spuren der Geschichte ein, Reliquien sollen nicht einfach verschwinden, sondern auf Spezifisches aufmerk­sam machen, das allzu schnell aus dem Gedächtnis getilgt wird. Bereits 1989 hatten die drei DDR-Künstler Franziska Lobeck-Schwarz­bach, Peter Schwarzbach und Manfred Butzmann mit ihrem Projekt „Mauerland Lupine“ um einen grünen Streifen durch die Stadt geworben, der die schlechten Vibrationen vertreibt und doch die Erinnerung unterstützt. Damals fanden sie keine offenen Ohren, doch inzwischen tauchen solche Träume schon ab und zu als real vorstellbare Projekte auf und lassen hoffen, dass Sachverstand und Umdenken über die Verlidelung des üppigen Landstreifens siegt.

Text: Constanze Suhr

(tip-Bewertung: Sehenswert )

Neues Licht auf das Sperrgebiet
im Deutsches Architekturzentrum (DAZ) (Adresse + Googlemap)
Fr 12-19 Uhr, Sa+So 14-19 Uhr; (bis 30.8.)

Radtour im ehemaligen Sperrgebiet am Sa 29.8., geführt von Joyce van den Berg, vom S-Bahnhof Hohen Neuendorf bis S-Bahnhof Wilhelmsruh (25 km, ca. 4 Std.); Treffpunkt: S-Bahnhof Hohen Neuendorf, 14 Uhr

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