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Nic Hess inszeniert amerikanische Kunst aus der Sammlung Daimler

daimler_ac_usa_001_300rgb_c_Hans-GeorgGaulBerlinDer Gesamtkunstwerker aus Zürich arbeitet mit vielen Anspielungen auf die Kunstgeschichte sowie Querverweisen zu Politik und Alltag. Neben Oli Sihvonens Gemälde farbiger Kreise mutet der Mümmelmann wie ein witziger Kommentar über Eier-Farben zu Ostern an. In den verschiedensten Materialien und Techniken und am allerliebsten mit Klebeband realisiert Nic Hess einen schwungvollen Parcours aus Skulptur, Zeichnung, Collage, Wandmalerei. Er arrangiert die amerikanische Moderne von den 50er-Jahren bis heute und inszeniert sie somit neu.

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Spielerisch virtuos integriert er sie in seine Raumcollagen. Es sind Arbeiten aus der Daimler Kunst Sammlung, die Renate Wiehager ausgewählt hat, um diesen besonderen Künstler darauf anzusetzen. Er belebt den Blick auf Lineares, Geometrisches und Minimalistisches und schärft ihn zugleich. Seine Zeichnungen scheinen regelrecht herauszuwachsen aus Josef Albers „Structural Constellation“ von 1954 oder den abgezirkelten Hard-Edge-Inkunabeln der Westküsten-Künstler Frederick Hammersley und John McLaughlin. Die Kunst der West Coast, der Washington Color School, des Systemic Painting und der New York Abstraction nimmt Hess liebevoll aufs Korn, verwandelt die Räume in eine Explosion der Zeichen. Das lässt einen die alten Arbeiten mit neuen Augen sehen.

Text: Andrea Hilgenstock

Foto: Hans-Georg Gaul, Berlin

tip-Bewertung: Herausragend

nic hess – Amerikanische Kunst 1940 bis heute Daimler Contemporary, Alte Potsdamer Straße 5, Tiergarten tgl. 11–18 Uhr, bis 16.3.

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