Fotografie

Nicholas Nixon: „Life Work“ bei C/O Berlin

Von Gegenwart und Vergänglichkeit erzählt Nicholas Nixon: Life Work

The Brown Sisters, 1975 © Nicholas Nixon. Courtesy Fraenkel Gallery, San Francisco, Colecciones Fundación MAPFRE

25 Jahre jung ist Nicholas Nixons Ehefrau Bebe, als er sie im Jahr 1975 zum ersten Mal ablichtet, mit ihren drei Schwestern zusammen. In Schwarz-weiß, wie immer bei Nixon. Reportageartig. Es sollte das erste Bild seiner Serie „The Brown Sisters“ (Foto o.) werden, einer mittlerweile ikonischen Reihe von Fotografien, jedes Jahr eine, die die Schwestern im natürlichen Licht und vor verschiedenen Hintergründen zeigen. Und nicht nur die Gesichter verändern sich und sind ein Zeichen des Moments und der Vergänglichkeit, sondern es werden auch Nuancen im Ausdruck deutlich: Wer genau hinschaut, und das sollte man bei Fotokunst natürlich machen, erkennt immer wieder Verschiebungen der Seelenlagen – und in den Beziehungen der Schwestern untereinander.

„Life Work“ kann in der Ausstellung bei C/O Berlin wortwörtlich verstanden werden: Nicht nur zeigt sie – chronologisch aufgebaut – für Nicholas Nixon typische schwarz-weiße Serien aus seinem Lebenswerk; auch sein Schaffen selbst ist eine Reflektion über das Leben in all seinen Facetten. Krankheit, Tod, Alter, Vergänglichkeit, Zusammensein und Liebe werden in verschiedenen Bilderfolgen umrissen. Nixons Soziogramme zeigen auch alte und kranke Menschen. Unterschiedliche Perspektiven auf das Leben und das Lebensende werden gegenübergestellt. Natürlich wie ein Schnappschuss sind seine Fotografien – und gleichzeitig ungewöhnlich kompositorisch durchdacht, detailliert und aussagekräftig in ihren vielfältigen klar umrissenen Graustufen.

Die Serie der Brown Sisters endet hier im Jahr 2017. Ein halbes Leben ist in einen Raum voller Bilder gebannt. Doch das Projekt läuft weiter. Bald wird die Serie wohl wieder ergänzt werden. Bebe wird dann fast 70 Jahre alt sein.

Nicholas Nixon. Life Work bei C/O Berlin, Amerika Haus, Hardenbergstr. 22–24, Charlottenburg, tgl. 11–20 Uhr, bis 2.12.

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