Ausstellungen

Nikolai Makarov in der CWC Gallery

Nikolai_Marakov_Job_2956_c_LepkowskiStudios_NikolaiMarakovAls Nikolai Makarov Anfang der 1990er-­Jahre seinen Dialog mit keinem Geringeren als Rembrandt führte, fiel er ziemlich aus dem Rahmen der Zeit. Dieses Tiefe, Nachdenkliche, die altmeisterliche Malweise, die Stille und Düsternis wirkten geradezu exotisch. Der 1952 in Moskau geborene Künstler arbeitete schon damals mit Acrylfarbe und Spritzpistole, um diesen Effekt des Nachdunkelns auf den Gemälden zu erreichen. Stimmungen malerisch umzusetzen, das war seine Spezialität. Sie wirken fast sakral, die dunklen unterm Kasslerbraun dämmernden Szenen Makarovs mit Unschärfen und Verwischungen, dem Spiel von Licht und Schatten. Zwischen damals und heute liegen ein 1994 von Makarov eröffneter Club für Kunst und Kultur in der Linienstraße (später Stilles Museum) als deutsch-russischer Kreativtreffpunkt, eine Karriere in den USA, wo Hollywoodgrößen noch immer seine Bilder kaufen, und Kakerlakenrennen – unter anderem in der Paris-Bar. Für seine Arbeiten benutzt der Künstler fotografische Vorlagen, die er oft selbst anfertigt und dabei schon die gewünschte Komposition und Atmosphäre des späteren Gemäldes herstellt. Die neuen Bilder Makarovs sind immer noch schöne Bilder, aber sie wirken auch ein wenig zu routiniert und greifen beim Betrachten nicht mehr so richtig zu.

Text: Constanze Suhr

Foto: Lepkowski Studios / Nikolai Marakov

tip-Bewertung: Zwiespältig

Nikolai Makarov CWC Gallery, Auguststraße 11–13, Mitte, Di–Sa 12–20 Uhr, bis 30.6. 

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