Kommentar

„Offline“ von Iris Braun

So, so – die Berliner Museen verschlafen den digitalen Wandel.

Iris Braun

Das hat eine Berliner Agentur herausgefunden die genau diese Art Wandel, genannt digitale Transformationsprozesse, im Angebot hat. 40 Institutionen, Museen und Galerien wurden auf ihre digitale Kompetenz hin abgeklopft, es wurde also geschaut was sie in Sachen Apps, Onlineticketing und Social Media drauf haben – und bis auf das Jüdische Museum, das Technikmuseum und die Berlinische Galerie seien eigentlich alle „versetzungsgefährdet“, wie es in der Studie heißt. Besonders erschreckend – die WLAN-Verbindung ist in einigen Häusern so low, dass die Nutzer auf das unzuverlässige mobile Netz zurückgreifen müssten, um ihre Hashtags abzusetzen  – wenn es überhaupt welche gibt, denn nur 19 Prozent der Berliner Häuser verbänden ihre aktuellen Ausstellungen überhaupt mit Hashtags und Twitter und verschlössen sich damit der Möglichkeit, die Besucher ihren Besuch aktiv kommentieren zu lassen.
Wie das dann aussieht, konnte man gerade auf einem Bild aus dem Amsterdamer Rijksmuseum, einem ansonsten in vieler Hinsicht großartigen Haus, sehen:  Alle, wirklich alle jungen Besucher eines Saales starrten auf ihre Handys. Nicht einer schaute auf die Kunst an den Wänden. Die schwankende Interverbindung in den verschnarchten Berliner Häusern sorgt bisher immerhin dafür, dass Besucher noch hin und wieder vom Display aufschauen müssen. Und was sie dann sehen, könnte Kunst sein.

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