Ausstellungen

„One on one“ in den Kunst-Werken

JeremyShawDu und das Kunstwerk. So kann man das ungewöhnliche Konzept der Ausstellung „One On One“ in den Kunst-Werken zusammenfassen. Der Betrachter soll sich ganz allein mit einem Werk beschäftigen und sich in einen kontemplativen Dialog mit diesem begeben. Alle Arbeiten bis auf zwei haben daher ihren eigenen, von den Künstlern entworfenen Raum, der das Werk wie ein Kokon einschließt und in den immer nur eine Person hineindarf – an die Tür wird eine Art Bitte-nicht-stören-Schildchen gehängt, wie man es aus Hotels kennt. Die 17 vertretenen Künstler haben die meisten Arbeiten extra für die Schau entworfen. So stellt sich auch die Frage, inwieweit diese sehr spezielle Form der Konzeption den Schaffensprozess der Künstler beeinflusst. Die in diesem Spannungsfeld entstandenen Arbeiten decken ein weites Spektrum ab – von minimalistischer Installation über Environments bis hin zu Videoarbeiten und Performances.

Eine besonders gelungene Arbeit ist „112mm/137 DAYS“ von Amri Sala, die die Ausstellungssituation doppeldeutig und mit Augenzwinkern aufnimmt. In dem leeren, weißen Raum befindet sich nichts. Nur ganz am Ende ist ein türspionartiges Objektiv in die Wand eingelassen, mit dem man in den nebenstehenden Raum mit der Arbeit „Margret“ von Günter K. – eine Art Tagebuch über den Verlauf mehrerer Reisen und Ausflüge mit einer jungen Frau – hinüberspähen kann. Die Situation des Alleinseins mit der Kunst wird so ad absurdum geführt. Leicht zu übersehen ist das weiße Telefon, das frei in der Ausstellungsarchitektur steht. Es ist die Wiederaufnahme der Performance-Installation „Telephone Piece“ von Yoko Ono von 1971. Man sollte übrigens rangehen, wenn es klingelt. Am anderen Ende ist dann Yoko selbst am Apparat.    

Text: Philipp Koch

Foto: Jeremy Shaw

tip-Bewertung: Sehenswert

One on one Kunst-Werke, bis 20.1.2013

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