Ausstellungen

Paolo Cirio in der Nome Project Galerie

Kennen Sie John Brennan? Oder vielleicht James Clapper? Aber vielleicht kennen die beiden Sie. Sie sind nämlich, wie auch einst Keith Alexander, ehemaliger Direktor der NSA, und David Petraeus, Ex-Chef der CIA, hohe Beamte bei den amerikanischen Geheim­diensten – und damit in die Abhör­skandale involviert.
Natürlich sind aber auch Geheim­dienstler Menschen, und an dieser Stelle setzt Paolo Cirio mit seinem Projekt „Over­exposed“ an: Über Jahre hat er private Fotografien verschiedener hoher Geheimdienstbeamter der USA in den sozialen Netzwerken, vor allem auf Face­book und Twitter, gesucht und mithilfe einer selbst entwickelten HD-Stencil­technik in große, zwischen Pop- und Street-Art changierende Porträts umgewandelt, die jetzt in der neu eröffneten Nome-Galerie ausgestellt sind. Konsequenterweise plakatiert Cirio Poster dieser Porträts auch.
Nach London, New York und Paris lächeln die Geheimdienstler jetzt auch in Berlin von Häuser­wänden und an S-Bahn­stationen. Man kann das subversiv finden, vor allem aber zeigt es die Doppelbödigkeit unseres Umgangs mit Medien und Bildern, sind doch nicht einmal Geheim­agenten vor – in diesem Fall – künst­lerischer Überwachung sicher. Nicht nur ästhetisch ein richtiger Hingucker!    

Text: Philipp Koch


Nome Project Galerie
Dolziger Straße 31, Friedrichshain, ?Di–Sa 14–18 Uhr, bis 20.7.

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