Ausstellungen

„Political Patterns – Ornament im Wandel“ in der ifa-Galerie

gharem_Men_at_WorkGleich mehrere Jubiläen feiert die ifa-Galerie 2011: 60 Jahre gibt’s die „Mitteilungen“ des Instituts für Auslandsbeziehungen, heute „Zeitschrift für Kulturaustausch“, 40 Jahre die Galerie in Stuttgart und 20 Jahre das Pendant in Berlin. Auf dieser Bühne für zeitgenössische Kunst aus aller Welt lenkt die Jubiläumsschau den Blick auf „Political Patterns – Ornament im Wandel“. Kuratorin Sabine B. Vogel aus Wien hat festgestellt, dass hinter der dekorativen Anmut oft mehr steckt als vordergründige Schönheit. Künstler wie Abdulnasser Gharem, Imran Qureshi, der Amerikaner Philip Taaffe oder die in Deutschland lebende Iranerin Parastou Forouhar transportieren auch politische Standpunkte und teilweise brisante Inhalte.

So lässt Gharem, Künstler und Major in der saudi-arabischen Armee, in „Men at work“ (Foto) eine Reihe von Soldaten abstrakten Ornamenten entwachsen. Im Vordergrund des Bildes zielt einer auf die alten Muster, als wolle er sie abschießen. Qureshi aus Pakistan hat die historische Miniaturmalerei seines Landes studiert und überführt sie in neue, organisch-vegetabile Formen, Fußabdrücke und blutrote Farbspritzer inklusive.

Zwei von acht Künstlern einer interessanten Ausstellung, die das Auge freut und doch Sprengstoff birgt. Vor allem aber zeigt sie, was die Künstlerin Doris Bittar, 1959 in der irakischen Hauptstadt Bagdad als Kind ­libanesisch-palästinensischer Eltern geboren und heute zwischen Beirut und den USA unterwegs, in diese Worte fasst: „Wenn wir Muster als Erzeugnis von Kulturen definieren und sie über die angebliche Kluft hinaus vergleichen, erkennen wir in Wirklichkeit große Gemeinsamkeiten und fast überhaupt keinen Kampf.“

Text: Andrea Hilgenstock

Foto: Barjeel Art Foundation

tip-Bewertung: Sehenswert

Political Patterns – Ornament im Wandel ifa-Galerie, Linienstraße 139/140, Mitte, Di–So 14–19 Uhr, bis 3.10.

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