Ausstellungen

Rita, sagen Sie jetzt nichts! – Goldrausch 2012

Rita_Planstadt_c_CarolineBayer„Die Anfragen erreichen uns aus aller Welt“, sagt Goldrausch-Projektleiterin Hannah Kruse. Seit 1989 fördert der Berliner Senat das Künstlerinnenprojekt, rund 200 Bewerberinnen gibt es jährlich, 15 Frauen erhielten 2012 Unterstützung. Voraussetzung für eine Förderung, die keine direkte finanzielle Zuwendung beinhaltet, dafür aber ein Professionalisierungsprogramm, ist eine abgeschlossene Ausbildung. Weil Künstlerinnen deutlich geringere Verkaufspreise erzielen als ihre männlichen Kollegen, verdienen sie weniger. Laut Künstlersozialkasse erwirtschaften bildende Künstler ein Jahreseinkommen von 15?169 Euro, Künstlerinnen hingegen nur 11?103 Euro. Die Ausstellung im Kunstverein Tiergarten zeigt, dass sie gleiche Aufmerksamkeit verdienen und Förderung (zumindest solange Frauen nur 25 Prozent der 100 erfolgreichsten Künstler ausmachen, jedenfalls auf der Rangliste im „Kunstkompass“).

Funda Özgünaydin zum Beispiel. Ihre Film- und Foto-Installation behandelt den Kreislauf des Lebens. Wie Sisyphos plagt sich eine Ameise beim Schleppen ab. Sie leistet schier Unmögliches – Gleichnis für so manchen Menschen, der sich abstrampelt. Oder Gaby Taplick, die originelle „Flugapparate“ baut und eine Art Ufo im Außenraum landen ließ. Angela Ender, 1983 geboren und eine der jüngsten der 30 bis 40 Jahre alten Stipendiatinnen, verarbeitet Fundstücke zu eigenständigen, charmant-malerischen Assemblagen. Caroline Bayer besuchte in der Schweiz die Reißbrettstadt La Chaux-de-Fonds, Geburtsort von Le Corbusier. Deren Grundriss überführte sie in eine frei stehende Gitterstruktur, eine Planstadt in Paraventform (Abb.). Ausstellungen in Bonn und Nürnberg sind ihre nächsten Projekte. Man kann nur hoffen, dass sie und ihre Kolleginnen ihren Weg machen – besser vernetzt und mit eigener Website, dank Goldrausch.

Text: Andrea Hilgenstock

Foto: Caroline Bayer

Rita, sagen Sie jetzt nichts! – Goldrausch 2012 Kunstverein Tiergarten / Galerie Nord, Turmstraße 75, bis 13.10., Di–Sa 13–19 Uhr, www.goldrausch-kuenstlerinnen.de

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