Ausstellungen

Roberto Diago in der Galerie Crone

Roberto Diago in der Galerie Crone

Auch wenn das Feld der Kunst nicht so sehr vom unlängst beendeten Embargo betroffen war und Kunst wie Künstler aus Kuba schon des längeren recht frei reisen, ausstellen und verkaufen können, vereinfacht die Entspannung doch den Kunsthandel. Mit der Einzelausstellung „Tracing Ashes“ von Roberto Diago kann man sich jetzt auch in Berlin mit einem herausragenden Vertreter der zeitgenössischen kubanischen Kunst vertraut machen. Die Eröffnung durch den deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier zeigt, dass die Schau auch als politisch wichtig gilt. Dass sowohl der kubanische als auch der amerikanische Botschafter vor Ort waren, wäre wohl vor nur einem Jahr noch undenkbar gewesen.  
Wer nun lateinamerikanische Folkloristik bei Diago erwartet, liegt daneben: Der Künstler bedient sich einer minimalen Ästhetik, die Materialien erinnern an die Arte Povera; beides reiht sich nahtlos in die Formsprache zeitgenössischer Kunst ein. Allein das Thema Sklaverei und Hautfarbe (um das die Arbeiten von „Tracing Ashes“ kreisen) und das narrative Element, welches so Teil dieser Arbeiten wird, beziehen sich auf Kuba – sind aber gleichzeitig universell anschlussfähig. Ein wiederkehrendes Motiv sind Risse oder „Narben“, die in der Materialität der Bilder die Wunden der Sklaverei nachvollziehen sollen. Farblich bewegen sich die meisten Arbeiten zwischen den Nicht-Farben weiß und schwarz – kaum verwunderlich eigentlich, bedenkt man die Thematik. 

Text: PHK

Foto: Marcus Schneider

Galerie Crone Rudi-Dutschke-Str. 26, Kreuzberg, ?Di–Sa 11–18 Uhr, bis 23.1.

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