Ausstellungen

Roma im Selbstportrait

haari_stojkaDie Stereotype, wer und wie Roma sind, sind schnell umrissen. Die Wirklichkeit dahinter ist deutlich diffiziler. Um einen Einblick in die vielfältige Kultur und Geschichte der Roma zu geben, einer international weit verstreut lebenden Minderheit, die sehr viel heterogener ist, als es gängige Klischees glauben machen, initiierten drei Roma-Selbstorganisationen die Festivalreihe Romanistan. Crossing Spaces in Europe. Nach Stationen in Barcelona und Wien findet das Festival nun erstmals in Berlin statt. Ausgehend von Casino, einer transdisziplinären Konferenz zu Roma-Kulturprotagonisten vs. Zwangsfolklorisierung und Roma-Kulturindustrie, bei der gängige Bilder hinterfragt werden, ermöglicht das Festival im Rahmen von Vorträgen, Ausstellungen, Lesungen oder Filmabenden einen Perspektivwechsel. Zu den Höhepunkten des Festivals gehört der Auftritt des österrei¬chischen Jazz-Musikers Harri Stojka, 55 (Foto). Obwohl mit seinem Gipsy-Soul längst ein internationaler Star, hat auch Stojka typische Diskriminierungen erfahren: Als Kind traute man dem Nachfahren der während der Nazizeit verfolgten Stojka-Familie nur die Sonderschule zu. Zu erleben ist der Musiker aber auch, wie er sich im Rahmen des Dokumentarfilms „Gypsy Spirit, Harri Stojka – eine Reise“ auf die Suche nach seinen ethnischen und musikalischen Wurzeln nach Indien begibt.

Text: Eva Apraku

Foto: Sabine Hauswirth

Romanistan. Crossing Spaces in Europe 6.4.–31.5.; Auftaktkonferenz Casino, NGBK, Oranienstraße 25, Kreuzberg, 6.4., 12–17 Uhr; Festival der Musik der Unterdrückten u. a. mit Harri Stojka & Band und dem Dotschy Reinhardt Quartett, SO36, Oranienstraße 190, 6.4., 21 Uhr; weitere Termine unter www.romanistan-berlin.de

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