Abstrakte Kunst

Sammlung Olbricht

Das Chaos zähmen: Die Sammlung Olbricht überrascht immer wieder, diesmal mit hoch­karätigen abstrakten Arbeiten. Und einem Soundtrack von Max Dax

me Collectors Room/ Bernd Borchardt

Was es heißt, zu Architektur zu tanzen, wissen wir immer noch nicht, aber andere künstlerische Disziplinen lassen sich durchaus gut verbinden: Musikhören und Bilderansehen zum Beispiel. Der Me Collectors Room hat dieses Cross-Over zwar nicht erfunden, aber in der aktuellen Ausstellung „My abstract world“ doch ziemlich professionalisiert.
Der ehemalige Spex-Chefredakteur Max Dax hat sich der von Thomas Olbricht zusammengestellten Auswahl von 67 abstrakten Werken aus dessen Sammlung – hochkarätig besetzt unter anderem mit Sigmar Polke, Gerhard Richter, Katharina Grosse oder Bernard Frieze – entsprechend fundiert und im Gespräch mit einigen der in der Schau vertretenen Künstlern angenähert.

Dax hat so einen Soundtrack für 14 dieser Bilder zusammengestellt, der manchmal, wie bei Rosemarie Trockels „I seem to be a horse“ und den jahrelang in Trockels‘ Kölner Garage probenden Elektrotüftlern von Kreidler, naheliegend ist. Das gilt auch für das Duo von Deutsch Amerikanische Freundschaft. D.A.F., sind im Ratinger Hof, dem Kunststudenten-Treff im Düsseldorf der 1970er- und 80er-Jahre, der Imi Knoebels Frau Carmen gehörte, groß geworden. Sie ergänzen jetzt Knoebels Minimal Art Werk „o.T“ in der Ausstellung mit dem Song „Bild 10“ kongenial, wenn vielleicht auch für jüngere Ohren gewöhnungsbedürftig.

Er gibt aber auch Überraschungen. Darunter zählt Thomas Ruffs Werk „Substrat 3 l“, für das er japanische Mangas solange gefiltert und manipuliert hat, bis nur noch spiralförmige Farbnebel zu sehen sind, begleitet von Richard Wagners 3. Akt der Götterdämmerung. Diese Kombination lässt den Betrachter und Hörer durchaus schwindeln, was aber kein Problem ist, da die Ausstellung über genügend  Teppichinseln und Sitzlandschaften verfügt, um sich darauf sinken und das Erlebte sacken zu lassen.

My abstract World Me Collectors Room, Di–So 12–18 Uhr, Auguststr. 68, Mitte, bis 2.4.2017

Soundtrack tgl. ab 16 Uhr in der Ausstellung, ­außerdem jederzeit über die Me Collectors Room App, die allerdings einen Spotify-Zugang verlangt

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