Ausstellungen

„Schrill Bizarr Brachial“ im Bröhan-Museum

Tische in Zackenform aus laminiertem Sperrholz oder Baustellenlampen als Wohn­beleuchtung: Das Design der 1980er lud nicht gerade zum gemütlichen Cocooning ein, dem Rückzug in die eigenen vier Wände. Sollte es auch nicht. Der Punk als Gegenbewegung zu verspielten Hippies und als Spiegelung gesellschaftlicher Desillusionierung veränderte die Perspektive. Gefragt war das Raue, Echte, Ungeschönte: Beton, rohes Eisen, kalte Neonlampen. Wie wegweisend diese stilistisch lange gescholtene Ära dennoch war, kann man derzeit in der Ausstellung Schrill Bizarr Brachial. Das neue deutsche Design der 80er Jahre im Bröhan-Museum bestaunen. Mit ihrem Mut zum neuen Experiment schufen die Kreativen etwa Sessel, die mit Bürsten von Autowaschanlagen „gepolstert“ waren oder Tische aus Waschmaschinentrommeln. Außerdem zweckentfremdeten sie Materialien aus dem Baumarkt: Kupferrohre, Brauseschläuche und ganze Einkaufs­wagen wurden Lampen, Garderoben oder sogar erstaunliche Sessel. Das Design der 80er – es war ein wichtiger Vorläufer des Upcycling-Trends.

Text: Eva Apraku

Foto: Martin Adam, Berlin / VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Schrill Bizarr Brachial im Bröhan-Museum

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