Ausstellungen

Schrottplatz Louvre?

Stefan_HochgesandtVom Louvre auf den Schrottplatz? Am 17. Februar wird man Fritz Kühns Skulpturengarten in Treptow zwangsräumen – vor den Augen seiner Familie, die neben dem Garten eine renommierte Kunstschmiede-Werkstatt unterhält, ganz im Sinne Fritz Kühns, der 1967 verstarb.

Die Metallskulpturen des Bildhauers und Fotografen der Neuen Sachlichkeit sind Weltklasse, etwa die Brunnen­skultptur am Strausberger Platz. Viele davon gehören ins Museum. Die Pariser wissen das schon lange: Im Louvre gab es nur zwei Jahre nach seinem Tod eine Retrospektive zu Ehren des Nachkriegsmodernisten. Vor 30 Jahren immerhin wurde Kühns Nachlass noch zu DDR-Zeiten in den Status „Nationales Kulturgut des Landes Berlin“ erhoben. Leere Worte, Taten fehlen.

Lang wurde von der Berliner Kulturpolitik Hoffnung darauf geweckt, ein Kühn-Museum zu fördern. Aber Berlin hat mal wieder kein Geld. Nicht mal 1,5 Millionen Euro für ein bescheidenes Museum. 300?000 Euro davon hatte die Fritz-Kühn-Gesellschaft sogar schon bereitgestellt. SPD und CDU haben es letzte Woche aber sogar abgelehnt, im Kulturausschuss nach einer Lösung zu suchen. Dabei konnte man beim Bund eine Ko-Finanzierung anfragen.

Die Berliner Bau- und Wohnungs­genossenschaft von 1892, der Grundstückseigner, wird den Gerichtsvollzieher schicken. Die Kunstwerke Kühns wird man dann wie einen Haufen Metallschrott stapeln. Welche Werke aus dem Louvre würde Kultursenator Wowereit eigentlich noch auf den BSR-Recyclinghof werfen? Es ist eine Schande! 

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