Ausstellungen

„Search & Destroy“ in der Galerie Mikael Andersen

Galerie_Mikael_AndersenWie lange das Appartement in der Bötzow-Brauerei residierte, kann niemand so genau sagen. Irgendwann gab es die Galerie plötzlich, regelmäßig lud der Offspace zu Kunstausstellungen ein. Nicht öffentlich selbstverständlich, sondern per Mundpropaganda, wie es sich für einen nichtkommerziellen Projektraum gehört. Ende letzten Jahres war Schluss: Die Bötzow-Brauerei wechselte den Besitzer, das Appartement musste raus. Die Bar mit der rustikalen Holztheke, die Sofas und Sessel und die Küche wurden in einem Lager untergestellt.

Mit diesem Ende der Galerie wollten sich Sebastian Schlicher und Amelie & Philip Grözinger, drei Künstler, die hin und wieder im Appartement ausgestellt hatten, nicht abfinden. Mit der Galerie Mikael Andersen waren schnell ein Partner und Ausstellungsräume gefunden. Und Yen vom Appartement, der lieber nur mit seinem Pseudonym in den Medien auftauchen möchte, war begeistert: Er konnte seine ehemalige Off-Galerie in der Galerie Mikael Andersen originalgetreu nachbauen. Dass sein Projektraum zum Ausstellungsobjekt geworden ist, stört ihn nicht. „Wir haben doch eh grad keine Räume“, sagt Yen. Schlicher und das Paar Grözinger luden weitere Künstler ein, die noch bis Ende April­ ihre Werke zwischen den Möbeln des Appartements präsentieren. Dann ist auch diese Zwischennutzung vorbei, und Bar, Sofas und Küche kommen wieder in ein Lager.

Seltsam leblos wirkt das Appartement, losgelöst von seinem ursprünglichen Ort in der Bötzow-Brauerei. Keine Leute, die sich an der Bar drängeln, niemand fläzt sich auf dem löchrigen Ledersofa. Die Atmosphäre eines Offspaces lässt sich eben nicht ausstellen. Es ist wie das Foto aus dem letzten Sommer, bloß noch eine Erinnerung. Yen hofft, dass er sein Appartement bald wieder woanders in Berlin aufbauen kann.

Text: Katharina Wagner

Foto: Harry Schnitger

Search & Destroy
Galerie Mikael Andersen, Pfefferberg Haus 4, Eingang Schönhauser Allee 176, Prenzlauer Berg, Di-Sa 12-18 Uhr, bis 20.4.2011, www.mikaelandersen.com

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