Ausstellungen

Sebastiano del Piombo in der Gemäldegalerie

Sebastiano del Piombo

Er war ein Freund von Michelangelo und ein Konkurrent von Raffael ?und dennoch ist der Maler Sebastiano del Piombo, den die Kunstkenner im 19. Jahrhundert noch für einen der ganz großen Meister der Renaissance hielten, im 20. Jahrhundert in Vergessenheit geraten. So kommt es, dass die Gemäldegalerie Berlin nun stolz von sich behaupten kann, zusammen mit zwei italienischen Museen die erste Einzelausstellung von Sebastiano del Piombo seit dem 16. Jahrhundert zu zeigen. Was aber auch daran liegt, dass viele seiner Werke, in den Kapellen der Auftraggeber in Rom gleich an die Wand gemalt, nicht transportierbar sind. Hingegen kann die Gemäldegalerie viele seiner Porträts zeigen, die ihn begehrt unter den Reichen und Mächtigen Roms machten, und seine Zeichnungen, die mit äußerst plastisch entworfenen Figuren seinen Fresken vorausgingen.

Manche der Porträtierten, die Se-bastiano del Piombo stets ein wenig schräg über die Schulter blicken ließ, erscheinen uns wie aus der Gegenwart geschnitten und nur in ein fremdes Kostüm gesteckt. Andere, wie Päpste und Kaiser, geleiten in die Geschichte zurück in ein Rom, das von politischen Spannungen, Besetzungen und Kriegen erschüttert war. So spürt man in der Ausstellung bald, dass Maler wie Sebastiano del Piombo auch der Sphäre der Politik nahestanden, und selbst da, wo sie religiöse Themen malten, in der Auslegung der Szenen Partei im Kampf zwischen Papsttum und Reformation ergriffen. Eine geschickte Werkauswahl belegt diese Spannung, aus der heraus die Schönheit und Dramatik seiner Bilder noch einmal ganz anders zu leben beginnt.

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