Ausstellungen

Sergej Jensen in der Berlinischen Galerie

Museum-Berlin_Jensen_97_FredThieler-Preis2013Zum renommierten Fred-Thieler-Preis, den die Berlinische Galerie alle zwei Jahre vergibt, gehört auch die Ausrichtung einer Ausstellung. In diesem Jahr hat den Preis Sergej Jensen gewonnen, nun zeigt er im Landesmuseum seine Arbeiten. Was an ihnen zuerst auffällt, ist die Größe der neuen Bilder, hat er doch die letzten Jahre im eher kleineren Format gearbeitet. Der 1973 in Dänemark geborene Künstler, der an der Frankfurter Städelschule bei Thomas Bayrle studierte, hat auf entschiedene und dabei zurückhaltende Weise einen sehr eigenen Weg in der Malerei beschritten. Mit meist minimalen Eingriffen schafft er eigenartig ausdrucksstarke Bilder. Mal ganz zart, mal dreckig oder wie beiläufig wird Farbe auf verschiedenen Stoffen zurückgelassen. Er näht, zerreißt, zerknüllt, färbt und bleicht. In der jetzigen Ausstellung arbeitet er teilweise mit dick in Acryl aufgetragenen Formen und Zeichen, montiert Bild auf Bild. Manches mutet erstmal trashig an, ist dabei aber wohldosiert und komponiert. Hier weiß einer, was er tut, und spielt gekonnt mit dem so überbordendem Vokabular malerischer Möglichkeiten.

Man spürt die Lust und große Freiheit am Machen und Experimentieren. Und dann geht er auch noch über das Bild hinaus, geht hinein in den Raum. Zwei Türen stehen auf Schuhen herum, als würden sie gerade eines der Werke an der Wand betrachten. Hier zeigt Jensen Humor und bleibt sich dennoch treu in seiner alles durchziehenden Schlichtheit. Sergej Jensens Werk ist leicht und tiefgründig zugleich. Allein das ist selten. Es wird interessant bleiben, seinen Weg weiterzuverfolgen, oder aber ihn erst einmal kennenzulernen. Die Möglichkeit besteht nun in dieser schönen Ausstellung, deren einziges Manko die teil­weise etwas zu aufgeblasen wirkenden Formate sind.

Text: Michael Wagner

Foto: Kai-Annett Becker / Sergej Jensen und galerie Neu, Berlin

tip-Bewertung: Sehenswert

Sergej Jensen Berlinische Galerie, Alte Jakobstraße 124–128, Kreuzberg, Mi–Mo 10–18 Uhr, bis 17.6.

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