Ausstellungen

Shinseido TokyoBerlinArtBox in Kreuzberg

Shinseido_TokyoBerlinArtBox_Sato_c_Shinseido_TokyoBerlinArtBoxWährend am Moritzplatz der Verkehr zwischen den Bezirken Mitte und Kreuzberg zirkuliert, wird in der unmittelbaren Umgebung je nach Uhrzeit gegärtnert, geimkert, gefeiert oder gedönert. Eigentlich schon mit dem betahaus, spätestens aber mit der Eröffnung des Aufbau Hauses im Juni 2011 hat sich die Klientel am Moritzplatz um Fotografen, Architekten, Designer und andere kreative Berufsgruppen erweitert. Und seit Anfang Oktober wird dort nun auch „japanert“. Am 5. Oktober ist die Galerie
TokyoBerlinArtBox ins 1. OG des Aufbau Hauses gezogen, ein Gemeinschaftsprojekt des japanischen Shinseido-Galeristen Akihiko Hatanaka und des gebürtigen Bernauers Andreas Steinberg, der als Unternehmensberater seit einigen Jahren mehr in Japan als in Deutschland zu Hause ist.

Das Wort „Box“ im Namen geht auf die Architektur des Hauses zurück: Dem entkernten Vorgänger-Gebäude wurde zur Prinzenstraße hin ein viergeschossiges „Regal“ vorgesetzt, das aus raumhoch verglasten Räumen besteht. Durch ihre Offenheit und den Schnitt werden sie im Aufbau-Jargon „Boxen“ genannt. Die laufende Ausstellung zeigt die Positionen dreier japanischer Nachwuchskünstler: Malerei von Sota Sato (1985) und Yoshuya Hakuta (1984) sowie Plastiken von Yoshiro Iwaisako (1974). Während dessen metallene Tierminiaturen einen Tisch im Zentrum der Galerie bevölkern, blicken den Besucher von der Stirnseite der Galerie die Tierporträts Hakutas entgegen, deren Fellpartien der Künstler mittels Zellstoff und Seidenpapier eine verblüffende Stofflichkeit verliehen hat. Kunst, die traditionelle Techniken und zeitgenössische Themen verbindet, so kann man die Ausrichtung der Galerie beschreiben.

Sujets und Stimmung der Bilder Sota Satos erinnern wiederum an den kühlen Malstil der Neuen Sachlichkeit (Abb.). Auf mit Hanfpapier bezogenen Holzrahmen stellt Sato sein Bildpersonal in stilisierten urbanen Kulissen dar. Dabei erscheint der Mensch oftmals in einer Spannung aus Fremd- und Selbstbestimmung. Die latente Melancholie versteht Sato jedoch dank subtiler Überzeichnungen immer wieder zu brechen. „Konichiwa“ heißt übrigens auf Japanisch „Guten Tag“.

Text: Thorsten Freigang

Foto: Shinseido/ TokyoBerlinArtBox 

Sota Sato, Yoshuya Hakuta, Yoshiro Iwaisako Shinseido bei

TokyoBerlinArtBox, Prinzenstraße 85d, Kreuzberg, Do–Sa 14–18 Uhr, bis 24.11.

 

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