Ausstellungen

„Short Cut“ in Alexander Ochs Galleries Berlin

Short_Cut_072012_c_KimKeibelAus der Ferne sieht der See magisch aus. Sanft kräuselt sich die Wasseroberfläche. Doch auf den zweiten Blick ändert sich das Bild. Die Bäume am Ufer sind abgestorben. Schwimmt da nicht ein Schaum auf dem Wasser, der nichts Gutes verheißt? Die junge Chinesin Zhang Hui traut sich was, und so ist ihre Landschaftsmalerei ein doppelter Blickfang in der Galerie von Alexander Ochs. Eine sehr schöne Gruppenausstellung hat er zusammengestellt. Künstler, die seit Jahren im Programm sind, solche, die zurückkamen, sowie neue umkreisen in vielseitigen Arbeiten kulturelle Verluste. Sie machen sich Gedanken über die Natur, die vielleicht doch die Oberhand behält, wie Lu Song in packenden Papierarbeiten. Oder über die Veränderungen durch das Internet wie der Inder Nandan Ghiya, Jahrgang 1980, der alte Bildvorlagen collagiert zu fehlerhaften, pseudo-digitalen Bildern. Die in Berlin lebende Japanerin Chiharu Shiota verbildlicht mit Blutpumpen, die ein weißes Kleidchen an der Wand aussaugen oder speisen, Ängste. Während Yin Xiuzhen auf der Spur der „sozialen Plastik“ jeweils die Kleidung eines Tages sammelte und in Filmrollen presste. Hier und da ragt ein Etikett heraus: XL. Originalität paart sich mit Einfallsreichtum, der natürlich durch die Vielfalt der Arbeiten verstärkt wird. Lin Jingjing präsentiert Vernähungen, etwa von Ai Weiweis Haus, und umreißt die Wunden gesellschaftlicher und zwischenmenschlicher Beziehungen. Neun Künstler aus China, Indonesien, Indien und Japan sind zu entdecken. 

Text: Andrea Hilgenstock

Foto: Kim Keibel

tip-Bewertung: Sehenswert

Short Cut Alexander Ochs Galleries Berlin, Besselstraße 14, Kreuzberg, Di–Sa 11–18 Uhr, bis 8.9.

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