Ausstellungen

„Sigmar Polke – Eine Hommage“ in der Akademie der Künste

Polke_Staeck_1997„Die Sterne lügen nicht! Diese Woche wäre günstig für ein Treffen“, schrieb Klaus Staeck, Jurist, Grafiker und Herausgeber von Editionen, einst an den Künstler-Freund Sigmar Polke. Doch der im Juni 2010 verstorbene Maler stellte die Geduld des Verlegers auf eine harte Probe. Er war zeitlebens schwer erreichbar. Über 100 Fax-Botschaften sandte Staeck an ihn. Polke antwortete nur dreimal. Dennoch währte die Künstlerfreundschaft 42 Jahre, getragen vom ironischen Humor beider. 1969 klappte es mit der ersten Zusammenarbeit. Die berühmte „Kartoffelmaschine“ wurde geboren. Für 290 Mark wollte das verschrobene Teil damals kaum einer. Kürzlich wurde ein Exemplar für über 200.000 Euro versteigert.

Am Pariser Platz ist der „Apparat, mit dem eine Kartoffel eine andere umkreisen kann“ jetzt ausgestellt – eines von Polkes wenigen Objekten, dem 90 Grafikauflagen folgten. Für seine Hommage förderte Staeck, inzwischen Präsident der Akademie der Künste, aus seinem Archiv jede Menge Korrespondenzen, Fotos, gestaltete Rechnungen, Kataloge, Plakate und die gesellschaftspolitischen, ex­perimentierfreudigen Grafiken des Konsumkritikers Polke zutage. Ergänzt durch die zehn großen Gouachen „Wir Kleinbürger!“ (1974–76) ergibt sich das Bild eines progressiven Künstlers, der Motive sampelte und remixte wie ein Zeitgenosse.

Text: Andrea Hilgenstock

tip-Bewertung: Sehenswert

Sigmar Polke – Eine Hommage
Akademie der Künste, Pariser Platz 4, Mitte, Di–So 11–20 Uhr, bis 13.3.2011

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