Ausstellungen

Skulpturen des Klassizismus in der Neuen Nationalgalerie

Im_weissen_Licht_Blick_in_die_Ausstellung_1_c_sandra_steissNach ihrem unfreiwilligen Auszug aufgrund von Bauschädigungen aus der Friedrichswerderschen Kirche, dem einzigen Sakralgebäude Schinkels in Berlin, das im ursprünglichen Zustand erhalten ist, empfangen sie die Besucher nun in der Neuen Nationalgalerie. Natürlich sind auch liebreizende Damen, etwa Nymphen und Nereiden frisch aus der Mythologie, versammelt. Dieses ultimative Gastspiel wird für längere Zeit die letzte Gelegenheit sein, die klassizistischen Skulpturen der Goethezeit zu besichtigen. Schade eigentlich. Man sollte darüber nachdenken, die Berliner Bildhauerschule um Johann Gottfried Schadow und Christian Daniel Rauch, die zur Sammlung der Alten Nationalgalerie gehört, ins Bode-Museum zu integrieren.

Es macht Sinn, die Geist und Schönheitsideal der Antike beschwörenden Gipsbüsten und Marmorstatuen der Berliner Klassizisten, bevor sie ins Depot wandern, in der Architekturikone der Moderne zu postieren. Aus der oberen Glashalle Mies van der Rohes, dessen Werk von der Auseinandersetzung mit Schinkel geprägt ist, blickt der schöne Architekt nun auf die belebte Potsdamer Straße. Höhepunkt der 36 weißen Skulpturen auf grauen Sockeln: Königin Luise als junge Prinzessin mit Friederike von Preußen, anmutig vereint zur „Prinzessinnengruppe“, sowie die schlafende Regentin als Sarkophagfigur. Das Werk entstand nach dem Tod der 1810 verstorbenen, zehnfachen Mutter. Es konserviert die nur 34 Jahre alt gewordene Lichtgestalt in aller Anmut und Natürlichkeit. Ein Monument des Luisenkults nun also im gläsernen Mausoleum, äh Museum.  

Text: Andrea Hilgenstock

Foto: Sandra Steiß / Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie

tip-Bewertung: Sehenswert

Im weißen Licht Neue Nationalgalerie, Potsdamer Straße 50, Tiergarten, Di+Mi+Fr 10–18 Uhr, Do 10–20 Uhr, Sa+So 11–18 Uhr, Bis 28.7.

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