Ausstellungen

„Stanze/Rooms“ im me Collectors Room

„Das große Wichsen“ heißt Gregor Schneiders installierter Masturbationsraum aus Gips, Holz und einer Glasscheibe – scheinbar vollgespritzt mit Sperma, das hinunterfließt. Diese „Stanze“, italienisch für Räume, haben es in sich! Maurizio Cattelans präpariertes Eichhörnchen „Bidibidobidiboo“ hat sich aus einem sterilen Raum per Revolver hinaus ins Jenseits befördert – einer von Cattelans Kommentaren zu Fluchten aus dem Raum der zeitgenössischen Kunst.

Patrizia Sandretto Re Rebaudengo gilt als eine der wichtigsten privaten Kunstsammlerinnen Europas. Sie gehört den internationalen Beiräten des New Yorker MoMA und der Londoner Tate Gallery an. Nach Berlin hat sie eine unter dem Motto „Räume“ stehende Auswahl ihrer 2?000 Objekte umfassenden Sammlung mitgebracht, darunter gleich zwei Video-Arbeiten der Turner-Preisträger Douglas Gordon (1996) und Laure Prouvost (2013).

Andrea Zittel wandelt mit ihrer Installation „A to Z Living Unit“ auf schmalem Grat zwischen Öffentlichkeit und Privatheit: 23 square inches misst diese einklappbare Wohnung samt Matratze, Spiegel, Mikrowelle und sogar Alarmanlage – 23 square inches sind exakt die Fläche, die man in den USA ohne Genehmigung im öffentlichen Raum für sich vereinnahmen darf.

„Die 8 der Wege: ?Kunst in Beijing“ in den ?Uferhallen  

Die Ausstellung lotet in unterschiedlichsten Räumen Schmerz- und Schamgrenzen aus, schaut dabei aber schmückend aus. In der Wunderkammer im ersten Stock ist übrigens die glamouröse Modeschmuck-Sammlung der 57-jährigen Patrizia Sandretto Re Rebaudengo ausgestellt – von der Great Depression bis in die Gegenwart.

Text: Stefan Hochgesand

Foto: Maurizio Elia / Collezione Sandretto Re Rebaudengo

tip-Bewertung: Sehenswert

Stanze/Rooms me Collectors Room, Auguststraße 68, Mitte, Di–So 12–18 Uhr, bis 21.9.

Mehr über Cookies erfahren