Ausstellungen

Stefan Hochgesand über Atelierhäuser und Förderung

Stefan Hochgesand über Atelierhäuser und Förderung

Da tut der Berliner Senat gerade so, als würde er 2014 und 2015 mehr Geld für Künstler, nämlich ihre Ateliers, bereitstellen – und dann entpuppt sich das Ganze als Fake: Die angeblich neuen Gelder waren zuvor bloß unter anderem Haushaltstitel geführt worden.
Selbstverwaltete Atelierhäuser schließt man ohnehin von der Förderung aus. Und die Zeiten werden nicht rosiger: Nächstes Jahr laufen bei 30 Berliner Ateliers befristete Mietverträge aus. Übernächstes könnte 23 weiteren gekündigt werden. Zwar plant der Senat 56 neue Ateliers, etwa am Tempelhofer Damm. Wann die fertig sind, steht aber im Sternenhimmel. Dorthin oder mindestens auf den Mond wünscht sich die Senatsverwaltung für Finanzen die Künstler vielleicht auch. Sie kommt seit einem Halbjahr nicht in die Gänge, obwohl dringende Entscheidungen anstehen. Das sieht so aus, als könne Kultursenator Wowereit sich nicht einmal gegenüber der eigenen Finanzabteilung durchzusetzen. Oder es fehlt ihm schlicht an Elan, bereitgestellte Mittel in die Kunst zu investieren – obwohl alle Welt weiß, wie sehr Berlin durch seine junge Kunstszene glänzt. Beim eigenen Bürgermeister scheint das nicht angekommen zu sein. Erbärmlich.
Was das abseits harter Zahlen für Künstler bedeutet, die gerade ihr Dach über den Leinwänden verloren haben, lesen Sie auch in unserem Report „Atelier gesucht“.

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