Ausstellungen

Stefanie Dörre kommentiert das vergangene Jahr

Stefanie Dörre kommentiert

Die Neue Nationalgalerie schließt bis 2021, die Berlinische Galerie hat zu, der Pergamon­altar wurde für Jahre ins Depot gepackt: In 2014 ist die Stadt die Großprojekte unter den Museums­sanierungen endlich angegangen. Und es gibt Geld, sehr viel sogar, vom Bund für dringlich benötigte Neubauten: 200 Millionen Euro für das neue Museum der Moderne. 28,1 Millionen Euro gehen ans Bauhaus-Archiv für ein zweites Haus – 2019 ist 100. Bauhaus-Geburtstag. Das HKW erhält 7 Millionen Euro, die Büro-Container kommen weg. Momentan dominiert also das Baugeschehen die Berliner Museumswelt. Inhaltlich ist vieles business as usual, das heißt, die Ausstellungen der Institutionen sind sehr sachkundig kuratiert, aber auch ein wenig bildungsbieder. Aber: Einige Ereignisse haben gezeigt, dass es anders geht und wo es hingehen könnte: Die Berlin Biennale hat das Publikum in den Außenbezirk Dahlem und durchs Ethnologische Museum geschleust und damit die delokalisierten Betrachter als Teil der kuratorischen Inszenierung begriffen. Das HKW wird immer mehr zum Forschungs­labor an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft. Und „Gottfried Lindauer. Die Maori Portraits“ in der Alten Nationalgalerie ist eine konzept­kuratorische Reflexion – Geld versus Spiritualität – über das Wertesystem unserer Kunstwahrnehmung.

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